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Erwachet! 1983
g83 22. 7. S. 3-4

Der „Arzt“ kommt wieder ins Haus

Tausende von Menschenleben werden gerettet

UM DAS Jahr 1967 wurde in den USA der Ausdruck „paramedic“ zu einem Begriff. Damit wird ein Sanitäter bezeichnet — gewöhnlich ein Feuerwehrmann —, der ausgebildet ist, vor Ort Notfallpatienten Erste Hilfe zu leisten. Hierzulande nennt man solche Leute „Rettungssanitäter“. Seit der Einführung dieses Rettungsdienstes in den USA haben ihn über 10 Millionen Personen in Anspruch genommen. Ein „paramedic“ bzw. ein Rettungssanitäter ist also ein Mann, der sich bemüht, Menschen aus Lebensgefahr zu retten.

Als es den Rettungssanitäter noch nicht gab, wurden Notfallpatienten erst im Krankenhaus ärztlich versorgt. Die Krankenwagen jagten jeweils mit eingeschaltetem Warnlicht und Martinshorn durch die Straßen der Stadt, um einen Patienten so schnell wie möglich zur Behandlung in die Klinik zu bringen. Doch in manchen Fällen kam die Hilfe zu spät. Vor Jahren gab es viele Krankenwagenfahrer und -beifahrer, die nicht einmal die Grundbegriffe der Ersten Hilfe beherrschten. Damals wurden verschiedene Berichte veröffentlicht, in denen auf die Mißstände im amerikanischen Rettungsdienst hingewiesen wurde.

In Europa gibt es schon länger eine bessere Erstversorgung außerhalb des Krankenhauses. Zum Beispiel wurden in Rußland bereits vor dem Jahr 1960 Rettungswagen eingesetzt, die mit einem Arzt, einer Krankenschwester und einem besonders ausgebildeten Arzthelfer bemannt waren. Auch in der Bundesrepublik Deutschland und in Frankreich waren schon um das Jahr 1961 sogenannte Notarztwagen, zu deren Mannschaft ein Arzt gehörte, im Einsatz. Diese „Medimobile“ waren besonders für die Behandlung von Infarktpatienten ausgerüstet.

In den Vereinigten Staaten wurden solche Rettungswagen erstmals 1966 eingesetzt, und zwar in der Stadt New York. Die Besatzung bestand aber nicht aus Rettungssanitätern, sondern aus ärztlichem Personal. In Miami (Florida, USA) wurden Feuerwehrleute so ausgebildet, daß sie sozusagen als der „verlängerte Arm“ des Arztes tätig sein konnten. Sie befolgten die ihnen über Funk gegebenen Anweisungen eines Arztes des Krankenhauses, dem sie zugeordnet waren. Im Jahre 1967 wurden die Rettungswagen von Miami mit Geräten ausgerüstet, die es der Besatzung ermöglichten, den Ärzten im Krankenhaus über Funk die EKG (Elektrokardiogramme) zu übermitteln, worauf sie den Sanitätern sagten, welche Medikamente sie verabreichen oder welche andere Behandlungsmethode sie anwenden sollten. Die damalige Ausrüstung war primitiv im Vergleich zu der, über die die heutigen Rettungssanitäter verfügen.

Ohio bemühte sich, mit der raschen Entwicklung Schritt zu halten, und setzte eine „rollende Intensivstation“, „Heartmobile“ genannt, ein. Das war im April des Jahres 1969. Im gleichen Jahr wurde in Los Angeles ein ähnlicher Rettungswagen in Betrieb genommen.

Von 1971 bis 1977 brachte das Fernsehen unter dem Titel Notfall eine Serie über die Arbeit der in Los Angeles tätigen Rettungssanitäter. Sie machte auf Millionen einen tiefen Eindruck und vermittelte ihnen die Überzeugung, daß Rettungssanitäter sofort zur Stelle sind, wenn sie in lebensbedrohenden Situationen zu Hilfe gerufen werden. Millionen Kinder, die von den aufregenden Erlebnissen bis ins Innerste aufgewühlt wurden, erklärten, wenn sie groß seien, wollten sie auch Rettungssanitäter werden.

Das in Seattle durchgeführte Programm wurde aus einem anderen Grund weit und breit bekannt: Dort gab es nicht nur Rettungssanitäter, sondern im Jahre 1971 wurde auch ein Programm ins Leben gerufen mit dem Ziel, 100 000 Bürger in der Technik der kardiopulmonalen Reanimation (Wiederbelebung von Kreislauf und Atmung) zu schulen. Schon 1973 wurde berichtet, daß 20 Prozent der von Rettungssanitätern durchgeführten Wiederbelebungsmaßnahmen bereits vor dem Eintreffen des Rettungswagens von Passanten begonnen wurden. Im Jahre 1978 gab es in Seattle 200 000 Bürger, die in dieser Ersten-Hilfe-Methode ausgebildet waren — 36 Prozent der gesamten Bevölkerung. Seattle wurde weltberühmt als „der Ort, an dem ein Infarktpatient am ehesten mit dem Leben davonkommt“.

In den 1970er Jahren weiteten die Rettungssanitäter ihre Dienste mehr und mehr aus, so daß sie gegenwärtig nicht nur bei Herzinfarkten Hilfe leisten, sondern in fast jeder lebensbedrohenden Situation. Ihre Rettungswagen sind sehr gut ausgerüstet, ihre Ausbildung ist ausgezeichnet, und die Ärzte vertrauen ihnen immer mehr. Verteilt über die Vereinigten Staaten, gibt es Krankenhäuser mit Einsatzzentralen des Rettungsdienstes, in deren Ambulanz Ärzte rund um die Uhr tätig sind. Die Rettungssanitäter stehen mit diesen Ärzten über Funk in Verbindung und berichten über den Zustand des Kranken oder des Verletzten, ja sie übertragen sogar die EKG auf einen Bildschirm im Krankenhaus, so daß der Arzt sie sehen kann. Daraufhin sagt er dem Rettungssanitäter, was er tun soll. Dieser muß die Anordnungen des Arztes befolgen. Er selbst ist nicht der Arzt, sondern nur sein verlängerter Arm. Der Arzt entscheidet über die Behandlungsmethode.

Man könnte fast sagen, es sei wieder wie früher, als der Arzt ins Haus kam, allerdings mit dem Unterschied, daß er jetzt Hausbesuche per Funk und per Rettungssanitäter macht, der am Ort des Geschehens ist und laufend über den Zustand des Patienten berichtet. Wenn der Arzt es für besser hält, den Patienten ins Krankenhaus einzuliefern, bringt der Rettungssanitäter ihn dorthin.

Durch den Rettungssanitäter ist man also wieder zu der alten Gewohnheit zurückgekehrt, daß der Arzt ins Haus kommt, und auf diese Weise sind schon Tausende von Menschenleben gerettet worden. Interessante Einzelheiten über die Tätigkeit eines Rettungssanitäters findet der Leser in dem folgenden Artikel.

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