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Erwachet! 1989
g89 8. 2. S. 8-11

Unfehlbarkeit und die ersten Christen

DIE Lehre von der Unfehlbarkeit ist eng mit der Lehre vom „Primat“ oder von der obersten Gewalt des Papstes verbunden. Gemäß der Enciclopedia Cattolica „bezeugen die Bibeltexte, auf die sich der Primat gründet, die päpstliche U[nfehlbarkeit]“. Als Unterstützung dieser Lehre werden in dem Werk die folgenden Verse angeführt, in denen bestimmte Worte wiedergegeben werden, die Christus an Petrus richtete.

Matthäus 16:18: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen.“

Lukas 22:32: „Ich aber habe für dich gebetet, daß nicht nachlasse dein Glaube, und du wiederum stärke dereinst deine Brüder.“

Johannes 21:15-17: „Weide meine Lämmer!“ „Weide meine Schafe!“ „Weide meine Schafe!“ (Pattloch-Bibel [kath.]).

Nach dem Verständnis der katholischen Kirche geht aus obigen Bibeltexten folgendes hervor: 1. Petrus war der „Apostelfürst“, d. h., er hatte unter den Aposteln den Primat inne. 2. Er war unfehlbar. 3. Er hat „Nachfolger“, die mit seinen Privilegien ausgestattet sind: der Primat und die Unfehlbarkeit.

In dieser Hinsicht macht jedoch Giuseppe Alberigo, Lehrbeauftragter für Kirchengeschichte, folgende wichtige Bemerkungen: „Bekanntlich erscheint im N[euen] T[estament] nie das Wort für ‚Papst‘ oder dessen Kollektivbildung ‚Papsttum‘. Die einzige beherrschende Person ist Jesus von Nazareth; unter den Jüngern und vor allem unter den Aposteln ist es sehr problematisch, auf der Grundlage von Bibeltexten eine Person auszumachen, die alle anderen überragt. Petrus, Johannes, Jakobus und Paulus sind als Personen gleichermaßen charakteristisch und bedeutend, voneinander verschieden und einander ergänzend. Ohne Zweifel wird Petrus als einer der Apostel Christi vorgestellt, zu denen Christus häufiger sprach, obwohl er weder der einzige noch der bedeutendste war.“

Was glaubten die ersten Christen? Professor Alberigo antwortet: „In den frühen Jahrhunderten existiert keine doktrinäre Entwicklung und kein Pragmatismus in bezug auf die Person und die Aufgaben des Papstes. ... Die Möglichkeit eines ‚episcopus episcoporum‘ [Bischof der Bischöfe] war eine Abweichung des Cyprianus [ein Schriftsteller des 3. Jahrhunderts], wie er auf der Synode zu Karthago bestätigte.“

Wann faßte die Lehre vom päpstlichen Amt Fuß? Professor Alberigo sagt: „Gegen Ende des vierten Jahrhunderts wird der Anspruch der römischen Kirche auf eine apostolische Funktion, d. h. auf die Koordination der westlichen Kirchen, nachdrücklicher.“ „Während des Episkopats von Leo I. [fünftes Jahrhundert]“, fährt Alberigo fort, entstand „die Auffassung von der ‚Fürstenwürde‘ des Petrus unter den Aposteln, die sich auf Mt 16:18 stützt“. „Im NT ist kein Hinweis Jesu auf die Nachfolger des Petrus oder der anderen Apostel zu finden.“

Wird aber durch Bibeltexte wie Matthäus 16:18 — der Text, den katholische Theologen am häufigsten anführen — die Lehre vom Papsttum unterstützt?

Wer ist der kostbare „Grundeckstein“?

„Du bist Petrus [griechisch: Pétros], und auf diesen Felsen [griechisch: pétrai] will ich meine Kirche bauen.“ Für die katholische Kirche läßt die große Ähnlichkeit zwischen den beiden Begriffen erkennen, daß Petrus der Grundeckstein der wahren Kirche oder Christenversammlung ist. Da aber in der Bibel ausführlich über diesen symbolischen Stein gesprochen wird, ist es erforderlich, andere Verse zu untersuchen, um ein richtiges Verständnis zu erlangen (Matthäus 16:18, Pa).

Durch wichtige Prophezeiungen in den Hebräischen Schriften war bereits das Kommen eines symbolischen Grundecksteins und dessen Doppelrolle angekündigt worden. Er sollte zur Rettung derer dienen, die Glauben ausübten: „Siehe, ich lege als Grundlage in Zion einen Stein, einen erprobten Stein, die kostbare Ecke einer sicheren Grundlage. Keiner, der Glauben übt, wird in Panik geraten“ (Jesaja 28:16). Paradoxerweise sollte er ein Fels sein, über den die ungläubigen Israeliten straucheln würden: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Haupt der Ecke geworden“ (Psalm 118:22). „... wie ein Stein des Anstoßes und wie ein Fels, über den man strauchelt, für beide Häuser Israel“ (Jesaja 8:14).

War es für einen bloßen Menschen, insbesondere für den impulsiven Petrus, möglich, die Doppelrolle des symbolischen Steines zu übernehmen? (Matthäus 26:33-35, 69-75; Markus 14:34-42). Sollen wir, um Rettung zu erlangen, an Petrus oder an einen Größeren glauben? War es Petrus, über den die Israeliten strauchelten, oder war es Jesus? Die Bibel läßt deutlich erkennen, daß sich die Prophezeiungen über den kostbaren Stein nicht an Petrus, sondern an dem Sohn Gottes, an Jesus Christus, erfüllten. Und niemand anders als Jesus wandte die Prophezeiungen aus Jesaja und Psalm 118 auf sich selbst an, wie aus Matthäus 21:42-45 hervorgeht.

Gemäß 1. Petrus 2:4-8 betrachtete Petrus Jesus als den Grundeckstein und nicht sich selbst. Auch durch das, was er bei einer früheren Gelegenheit vor jüdischen religiösen Führern äußerte, bestätigte er, daß ‘Jesus Christus, der Nazarener, der Stein war, der von den Bauleuten verächtlich behandelt wurde und das Haupt der Ecke geworden ist’ (Apostelgeschichte 4:10, 11).

Der Apostel Paulus dachte nicht anders. Das ist aus Bibeltexten wie Römer 9:31-33, 1. Korinther 10:4 und Epheser 2:20 zu ersehen. Der letzte dieser Verse bestätigt die Tatsache, daß die Glieder der Christenversammlung „auf der Grundlage der Apostel und Propheten aufgebaut worden [sind], wobei Christus Jesus selbst der Grundeckstein ist“. Er ist auch „das Haupt der Versammlung“, die er vom Himmel aus leitet. „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Abschluß des Systems der Dinge“, sagte Jesus (Epheser 1:22; 5:23; Matthäus 28:20; Kolosser 1:18).

Petrus — Papst oder Gleicher unter Gleichen?

Wen oder was gebrauchte Jesus nach seiner Auffahrt in den Himmel, um das Werk seiner treuen Nachfolger zu leiten? Benannte er einen von ihnen als seinen „Vikar“, der mit der obersten Gewalt ausgestattet ist, wie der Papst sie beansprucht? Nein, er setzte keine monarchische Regierung über die Versammlung ein. Statt dessen vertraute er die Herde einer Körperschaft oder Gruppe treuer Diener Gottes an. Zu Anfang wurde die Christenversammlung von der Gesamtheit der 12 Apostel und der Ältesten der Jerusalemer Versammlung geleitet.

Die Gesamtheit der 12 Apostel entschied darüber, wie die materiellen Bedürfnisse der Bedürftigen gestillt werden sollten (Apostelgeschichte 6:1-6). Die Körperschaft der Zwölf entschied auch, wer zu den Samaritern gesandt werden sollte, nachdem diese die gute Botschaft angenommen hatten. Und Petrus und Johannes wurden ausgewählt. Bei dieser Gelegenheit, so scheint es, war Petrus alles andere als jemand, der eigene Entscheidungen traf, sondern er war lediglich einer derjenigen, die von den Aposteln ‘ausgesandt’ wurden (Apostelgeschichte 8:14).

Schließlich entschieden bei einer Zusammenkunft, die etwa 49 u. Z. in Jerusalem abgehalten wurde, „die Apostel und die älteren Männer“ auf biblischer Grundlage, daß es nicht nötig sei, die Heiden, die zum Christentum bekehrt worden waren, zu beschneiden (Apostelgeschichte 15:1-29). Dem historischen Bericht ist zu entnehmen, daß nicht Petrus, sondern Jakobus, der Halbbruder Jesu, bei jener Zusammenkunft den Vorsitz führte. Er schloß die Sitzung mit den Worten: „Meine Entscheidung ist deshalb, daß man die von den Nationen, die zu Gott umkehren, nicht beunruhige“ (Apostelgeschichte 15:19). Hätte Jakobus von ‘seiner Entscheidung’ sprechen können, wenn Petrus, der zugegen war, den „Primat“ unter den Aposteln gehabt hätte?

Als der Apostel Paulus von den verschiedenen Diensten sprach, die zur Erbauung der Versammlung beitragen, erwähnte er nicht das sogenannte Magisterium des Papstes, sondern den Dienst aller Apostel als Ganzes (1. Korinther 12:28; Epheser 4:11, 12).

Wegen seines Eifers und seiner Initiative spielte Petrus, wie Alberigo schreibt, ohne Zweifel eine „maßgebliche“ Rolle. Jesus gab ihm „die Schlüssel des Königreiches der Himmel“ (Matthäus 16:19). Petrus benutzte diese Schlüssel, um Juden, Samaritern und Heiden die Gelegenheit zu erschließen, in das Königreich der Himmel einzugehen (Apostelgeschichte 2:14-40; 8:14-17; 10:24-48). Ihm wurde auch die Verantwortung übertragen, zu „binden“ und zu „lösen“, eine Aufgabe, die er mit den anderen Aposteln gemein hatte (Matthäus 16:19; 18:18, 19). Er sollte die Christenversammlung hüten, etwas, was allen christlichen Aufsehern obliegt (Apostelgeschichte 20:28; 1. Petrus 5:2).

Aber wegen ihrer christlichen Eigenschaften waren außer Petrus auch andere Apostel ‘hervorragend’. So sprach Paulus von denjenigen, „die Säulen zu sein schienen“ in der Versammlung, und nahm auf „Jakobus und Kephas [Petrus] und Johannes“ Bezug (Galater 2:2, 9). Jesu Halbbruder Jakobus spielte eine besonders wichtige Rolle. Wie zuvor erwähnt, stand er der Zusammenkunft in Jerusalem vor, und seine nennenswerte Rolle wird durch verschiedene Berichte bestätigt (Apostelgeschichte 12:17; 21:18-25; Galater 2:12).

Gott verlieh Jesu treuen Jüngern große Macht, wozu auch die Fähigkeit gehörte, Wunder zu wirken. Aber nirgendwo ist zu lesen, daß er sie mit der Macht ausstattete, unfehlbare Aussagen zu machen. Trotz seiner Treue war Petrus nicht frei von Vergehungen. Er wurde von Jesus zurechtgewiesen, und bei einer Gelegenheit tadelte ihn der Apostel Paulus sogar vor anderen (Matthäus 16:21-23; 26:31-34; Galater 2:11-14).

Nur die Bibel, das Wort Gottes, ist unfehlbar. Petrus nannte es das „prophetische Wort“, dem als einer leuchtenden Lampe Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte (2. Petrus 1:19-21). Um Gottes Willen zu kennen, müssen wir uns mit seinem ‘lebendigen’ Wort befassen (Hebräer 4:12). Nur Gottes Wort, nicht eine zweideutige Definition religiöser Führer, bietet den Halt, den die Menschheit so dringend benötigt. Auch heute gebraucht Christus Jesus eine Gruppe seiner Diener, die zwar fehlbar, aber treu sind. Und diese Gruppe wird „der treue und verständige Sklave“ genannt (Matthäus 24:45-47).

Wer ist dieser sinnbildliche Sklave heute auf der Erde? Durch ein sorgfältiges Studium der Bibel kann man herausfinden, um wen es sich dabei handelt. Jehovas Zeugen bieten gern jedem, der es wünscht, ihre Hilfe an.

[Bilder auf Seite 9]

Wer war der Grundeckstein — der treue Christus oder Petrus, der ihn dreimal verleugnete?

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