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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1959
w59 1. 8. S. 476-478

Mein Lebensziel verfolgend

Von Hermon Woodard erzählt

ICH hatte das Vorrecht, in der Wahrheit erzogen zu werden, und die erste Wachtturm-Publikation, die mir, soviel ich mich erinnere, in die Hände kam, war das Textbuch zum Photo-Drama der Schöpfung. Wenn ich krank war, konnte ich mich stundenlang an dessen Bildern ergötzen.

Im Jahre 1916 kam meine Mutter in die Wahrheit, nachdem sie von einem Zeugen Jehovas (der damals als „Bibelforscher“ bekannt war) besucht worden war, der ihr zeigte, daß die Lehre von einem Höllenfeuer nicht biblisch ist. In der Prüfungszeit zwischen 1918 und 1919 glaubte sie einige der Lügen, die über die Beamten der Gesellschaft ausgestreut wurden, und stand eine Zeitlang mit einem Teil der Bewegung des „bösen Sklaven“ in Verbindung; aber sie erkannte bald, daß diese nicht Jehovas Anerkennung hatte, und kehrte wieder zur Tätigkeit in Verbindung mit der Gesellschaft zurück. Zu jener Zeit begann ich, die Schriftstudien zu studieren, und gab mich Jehova hin. Im Alter von elf bis dreizehn Jahren las ich alle sieben Bände durch und schlug alle Wörter, die mir fremd waren, nach oder erkundigte mich nach deren Sinn. Das half mir wunderbar bei meinen Schularbeiten.

Ich zögerte etwas, mich am Dienst von Tür zu Tür zu beteiligen, fuhr aber den Wagen für andere. Doch vom Jahre 1933 an beteiligte ich mich, um mein Lebensziel zu verfolgen, regelmäßig am Zeugniswerk.

Ich hatte damals eine äußerst langweilige und mühselige Arbeit, wodurch ich mir den Unterhalt für meine Eltern und mich verdiente. Da ich mich ihnen gegenüber verpflichtet fühlte, beschloß ich, mich für eine andere Arbeit ausbilden zu lassen, damit ich etwas mehr Zeit hätte, und besuchte eine Bergbauschule. Nachdem ich den Lehrgang absolviert hatte, trat ich eine Stelle in einem Bergwerk in Arizona an. An den Wochenenden fuhr ich jeweils kilometerweit in die Berge, um den dort wohnenden Menschen Zeugnis zu geben.

Während all dieser Zeit hatte ich den Wunsch, Pionier zu werden, wußte aber nicht recht, wie ich in finanzieller Hinsicht durchkäme. Schließlich sagte mir meine Mutter, ich brauche mir keine Sorgen um sie zu machen, Jehova werde ihr schon beistehen, und wenn ich gern den Pionierdienst aufnehmen wolle, solle ich es ruhig tun.

Im Jahre 1940 sollte eine Gruppe von Pionieren kurz nach dem Kongreß in Detroit, den ich ebenfalls besuchte, die Reise nach Arizona antreten, um dort alle Gebiete, in denen die Verkündigung der Botschaft Verfolgung hervorgerufen hatte, schnell durchzuarbeiten. Ich hatte das Gefühl, daß jetzt der Augenblick für mich gekommen sei, den Pionierdienst aufzunehmen. Satan kam wie üblich mit seinen Lockungen. Man bot mir eine bessere Stelle im Bergwerk an, aber ich hätte keine Ruhe mehr gehabt, wenn ich nun nicht gehandelt hätte. So gab ich denn meine Stelle im Bergwerk auf und trat am 1. September 1940 in den Pionierdienst ein. Ich besaß damals 180 Dollar Bargeld und einen Wagen, Baujahr 1937. Ich gedachte, wenn ich dies alles aufgebraucht hätte, wieder etwas zu arbeiten, um meine Geldreserven zu erneuern. Doch meine Pionierpartner und ich „streckten“ diese so weit wie möglich, indem wir manchmal im Monat kaum 11 Dollar brauchten.

Kurz nach dem Kongreß in St. Louis vom Jahre 1941 hatte ich schließlich nur noch 12 Cents. Ich kaufte acht Eineinhalb-Cent-Marken, um die Fragen zum Buch Kinder zu verschicken, und begab mich in den Dienst. Ich kehrte an jenem Abend mit Benzin im Wagentank und einem Dollar in der Tasche nach Hause zurück. Jehova hatte für mich gesorgt.

Dann kam der Sonderpionierdienst. In unserem ersten Gebiet wurden wir so oft verhaftet, daß uns die Gesellschaft in eine andere Stadt versetzte. Unser Fall wurde nach dem Sieg der Gesellschaft vor dem Bundesgericht fallengelassen. Dies geschah gerade rechtzeitig, so daß ich Gelegenheit hatte, die zweite Klasse in Gilead zu besuchen.

Sechs Monate diente ich im Süden der Vereinigten Staaten, und dann wurde ich als Missionar nach Anchorage, Alaska, gesandt. Ich reiste am 30. September 1944 in Seattle ab und kam gleich richtig in Alaskas Winterwetter hinein. In jedem Hafen, den wir anliefen, regnete es. Ich sollte auf meiner Reise alle Abonnenten unserer Zeitschriften besuchen, die ich erreichen konnte, und das war sehr interessant. Ein alleinstehender Zeuge, ein alter Schürfer, hieß mich willkommen, und ich schlief bei ihm in der Oktoberkälte auf dem Fußboden. Da ich noch nicht an Schlafsäcke gewöhnt war, fand ich es nicht sehr warm. Zum Frühstück aßen wir Kartoffeln und gelbe Rüben aus seinem Keller. Zum Mittag- und Abendessen gab es dasselbe, aber es schmeckte uns.

Dann ließen mein Partner und ich uns in unserem Gebiet in Anchorage nieder. Mit den Freunden, die im Zeugniswerk bereits etwas tätig gewesen waren, führten wir das ganze Jahr hindurch ein Gruppen-Bibelstudium durch. Wir fanden einige Personen, die wirklich gutes Interesse zeigten aber wir stießen auch gleich auf Alaskas Hauptproblem, nämlich die Tatsache, daß die Arbeiter nur vorübergehend hier waren. Es war deshalb jahrelang nur ein geringes Wachstum zu verzeichnen.

Im darauffolgenden Sommer gingen wir nach Fairbanks. Eine schöne kleine Gruppe begann sich zu bilden und studierte weiter, als wir nach Anchorage zurückkehrten. Dann erfuhren wir von dem Kongreß, der im Jahre 1946 in Cleveland stattfinden sollte, und die Gruppe von Fairbanks beschloß, die Reise über die Alaskastraße zu machen. Wir nahmen eine alte Buskarosserie und montierten sie auf das Fahrgestell eines Lastkraftwagens und fuhren damit nach Cleveland, Gilead und New York und wieder zurück nach Alaska.

Um diese Zeit ging es mit meiner Gesundheit bergab. Ich litt unter heftigen Kopfschmerzen, und so fuhr ich nach dem Staat Washington, um mich behandeln zu lassen. Nach dem Kongreß in Los Angeles im Jahre 1947 kehrte ich nach Alaska zurück und schloß mich Bruder Errichetti an, da unsere beiden Partner geheiratet hatten. Bis zum Frühjahr 1948 bearbeiteten wir alle Orte, die wir zwischen Ketchikan und Anchorage erreichen konnten. In jenem Frühjahr hatten wir anläßlich des Besuches Bruder Knorrs in Juneau unseren ersten Kongreß in Alaska.

Bruder Errichetti wurde damals zum Kreisdiener ernannt, und ich sollte mit ihm reisen, um gemeinsam mit ihm so viele Gebiete wie möglich zu bearbeiten und die Versammlungen zu besuchen.

Die Missionare der Christenheit haben sich sehr unbeliebt gemacht, weil sie die Menschen ausgenutzt haben. Unsere Mitarbeit auf den Schiffen, um die Fahrt zu verdienen, wie auch die Tatsache, daß wir alle möglichen Arbeiten verrichteten, machte selbst auf unsere Gegner einen guten Eindruck, und Bruder Knorr sagte, wir sollten dies weiterhin tun. Wir haben uns die Zeit dafür abgerungen, wo wir konnten, und es ist erstaunlich, wie wenig Zeit es uns vom Dienst wegnahm.

In einer abgelegenen Bergwerkssiedlung sprach ich eines Tages mit einer Frau. Sie sagte während des Gesprächs immer wieder, sie möchte nur, daß ihr Mann dies alles hören könnte. Wir vereinbarten deshalb, daß, sofern er am Abend nicht arbeiten müsse, sie mich bei einem anderen Bergwerk, das ich noch besuchen mußte, mit dem Wagen abholen würden. Als ich es schon bald aufgegeben und mich zu Fuß aufmachen wollte, um die acht Kilometer bis zum nächsten Ort, wo ich ein Zimmer erhalten konnte, zurückzulegen, kamen sie angefahren. Ich fuhr mit ihnen zurück, und wir unterhielten uns bis um halb zehn. Dann aßen wir etwas, denn ich hatte nicht einmal die Zeit gehabt, Abendbrot zu essen. Sie luden mich ein, bei ihnen zu übernachten, und seither bin ich jedesmal bei ihnen zu Gast, wenn ich dort hinkomme. Sie lesen seither auch regelmäßig unsere Schriften.

Wir setzten unsere Tätigkeit zwischen Ketchikan und Fairbanks fort. Im Jahre 1950 nach unserer Kreisversammlung in Juneau nahm uns ein Bruder auf seinem Trawler mit, von dem aus wir in neue Gebiete vorstoßen konnten. Auf dieser Reise machten wir bei Interessierten, die ganz abgelegen wohnten, wunderbare Erfahrungen. In einer Bucht fuhr ich mit dem kleinen Boot ans Land, um einen Mann zu besuchen, von dem ich wußte, daß er dort wohnte. Er war nicht zu Hause, und so steckte ich ihm drei Exemplare der Zeitschrift Erwachet! in die Tür. Zwei Tage später konnten wir nochmals dorthin zurückfahren. Als ich eintrat, lagen die drei Erwachet!-Ausgaben aufgeschlagen auf dem Tisch, und der Mann sagte: „Ich möchte diese Zeitschrift abonnieren.“ Seither hat er sie immer abgenommen.

Vor kurzem kam ich, als ich mit einem einheimischen Verkündiger in einem Gebiet in Anchorage arbeitete, zu einer Frau, die gerade Wäsche hatte. Wir versprachen ihr, sie nochmals zu besuchen. Einige Tage später ging ich abends auf dem Nachhauseweg bei ihr vorbei. Die Frau glaubte felsenfest an die Bibel, hatte aber noch nie etwas von der Hoffnung auf ein Leben auf Erden gehört. Als ich ihr diese in Verbindung mit einer 8-Minuten-Predigt anhand der Bibel zeigte, war sie begeistert und gab mir fünfzig Pennies für das Buch „Gott bleibt wahrhaftig“. Eine Woche später machte ich mit einem anderen Verkündiger dort einen weiteren Besuch und traf auch ihren Mann an. Er hatte die in den Kirchen herrschende Verwirrung satt und sagte zu seiner Frau: „Warum sollte ich noch in die Kirche gehen? Die Pfarrer glauben ja selbst nicht, was sie predigen.“

Wir nahmen die in dem Artikel „Die Religionen Amerikas“ erwähnten elf Fragen durch, und er war mit der Beantwortung derselben, die wir anhand der Bibel vornahmen, einverstanden. Ich sagte: „Wissen Sie, daß es nur eine Religion gibt, deren Lehren mit diesen Antworten, denen sie eben zustimmten, harmonieren?“

„Welche denn?“

„Die der Zeugen Jehovas.“

Das war am Freitag. Am Montag begannen wir das Heimbibelstudium. Am Montag- und Dienstagabend las er bis nach Mitternacht. Am Mittwoch kamen sie zum Buchstudium ins Dienstzentrum. Am Sonnabend fand ein weiteres Studium statt. Nach dem Studium beantwortete ich ihnen ihre Fragen über die Jahre 1914 und 1918. Sie dachten bereits daran, soviel wie möglich zu lernen, damit sie nach ihrer Rückkehr nach Maine, wo sie zu Hause waren, eine Gruppe bilden könnten, denn sie hatten dort nie etwas von Jehovas Zeugen gehört. Am Sonntag kamen sie zum Wachtturm-Studium und zum öffentlichen Vortrag. „Ich lernte aus diesem einen Vortrag mehr über die Bibel, als ich in meinem ganzen Leben gelernt habe.“

Im Jahre 1958 reisten Bruder Errichetti und ich zum Besuch des von Jehovas Zeugen veranstalteten internationalen Kongresses „Göttlicher Wille“ nach New York. Diesen gewaltigen Kongreß besuchen zu dürfen war eines meiner schönsten Erlebnisse. Ich erhielt dadurch neuen Mut, den göttlichen Willen in dem mir zugeteilten Gebiet weiterhin zu tun.

Gegenwärtig haben mein Partner und ich den Auftrag, als Missionare von einem Schiff aus den südlichen Teil Alaskas zu bearbeiten. Wir finden hier viele Menschen, die sich für die Botschaft interessieren. Ich habe noch nie bedauert, die vielen Jahre im Pionierdienst gestanden zu haben, sondern ich freue mich — mein Lebensziel weiterhin verfolgend — das wunderbare Vorrecht zu haben, Jehova zu dienen.

Obwohl der Missionar bereit sein muß, Mühsale zu ertragen, ist sein Dienst ein gesegneter Dienst. Nehmen die Menschen in der Welt nicht auch viel Mühsal in Kauf, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen und weil sie hoffen, den vergänglichen Lohn einer vergehenden Welt zu empfangen? Im Missionardienst sind die ersten paar Jahre die schwersten; doch wenn du sie hinter dir hast, erscheinen dir die Schwierigkeiten immer unbedeutender und die Beschwerden, z. B. zugige Kabinen, harte Fußböden, kaltes und nasses Wetter, Stürme und andere Gefahren auf dem Meer sowie Opposition; alle diese Dinge lassen sich nicht vergleichen mit dem Vorrecht, sehen zu können, welche Freude man gerechtigkeitsliebenden Menschen durch die trostreiche Hoffnung auf Jehovas neue Welt bringen kann!

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