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  • Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 1983
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Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 1983
w83 15. 9. S. 27-30

Mit Lust Jehova gemäß seinem Willen dienen

Von Emil H. Van Daalen erzählt

AUF der ganzen Erde waren die Folgen des Ersten Weltkrieges zu verspüren. Der wirtschaftliche Zusammenbruch im Jahre 1929 veranlaßte viele Leute, Selbstmord zu begehen, denn sie hatten alle ihre Ersparnisse verloren. Danach folgten eine schlimme Trockenheit, Staubstürme, Heuschreckenplagen und schlechte Ernten. Außerdem waren die Preise für Vieh und Getreide äußerst niedrig. Immer mehr Menschen wurden arbeitslos. Am Horizont zog sich ein Gewitter zusammen: ein weiterer Krieg. Es war so, wie die Bibel es vorhergesagt hatte: ‘Die Menschen wurden ohnmächtig vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen sollten’ (Lukas 21:26).

Zu jener Zeit lebten wir — meine Eltern, ihre sieben Söhne und eine Tochter — im Osten von Süddakota (USA). Mutter und Vater hatten bereits den Ersten Weltkrieg hinter sich. Sie hatten eine Farm verloren und versuchten nun, wieder hochzukommen. Da sie so viele Söhne hatten, fürchteten sie sich sehr vor einem weiteren Krieg, und der Gedanke daran quälte sie sehr.

Den Willen Jehovas kennenlernen und tun

Damals wußte ich noch nicht, daß ein gewisser Ausspruch des Psalmisten mein Leben sehr beeinflussen würde. Es waren die inspirierten Worte Davids: „Deinen Willen zu tun, o mein Gott, ist meine Lust gewesen“ (Psalm 40:8). Die Zeit: 1932.

In jenem Jahr ging Edward Larson mit Gewürzen, Seife u. a. hausieren, und er bot auch uns seine Waren feil. Aber er hatte noch etwas viel Wichtigeres: eine Botschaft. Er sagte uns, die Kirchen würden nicht die Wahrheit lehren, Jesus Christus herrsche als himmlischer König, die gute Botschaft vom Königreich müsse gepredigt werden und nach Harmagedon, dem Krieg Gottes, würden die Gerechten ewiges Leben erhalten (Offenbarung 16:14, 16; 21:1-4).

Besonders meine Mutter war davon sehr beeindruckt. Eine Nachbarsfamilie interessierte sich ebenfalls dafür. Bald nahmen also drei Familien, die Larsons eingeschlossen, „das Wort mit der größten Bereitwilligkeit auf, indem sie täglich in den Schriften sorgfältig forschten“ (Apostelgeschichte 17:11).

Etwa zu dieser Zeit kam Ralph Vittum, ein Pionier (ein Vollzeitkönigreichsverkündiger), der einen alten Ford, Modell T, fuhr, an unsere Tür. Meine Eltern luden ihn ein, während der Zeit, in der er den Leuten in der Umgebung Zeugnis gab, bei uns zu wohnen. Bis 12 oder 1 Uhr nachts erklärte er uns die Wahrheit über das Königreich und stellte die Lehren der Kirchen bloß, die Lehre von der Hölle, der Dreieinigkeit, der Unsterblichkeit der Seele und andere falsche Lehren. Obwohl mit uns kein formelles Bibelstudium durchgeführt wurde, begannen wir doch den Willen Gottes und seinen Vorsatz hinsichtlich der Menschheit zu verstehen. Besonders meine Eltern freuten sich darüber und fühlten sich nun sehr erleichtert.

Mit der Zeit lernten wir mehrere Zeugen Jehovas kennen, und wir wurden mit der Versammlung der Diener Jehovas vertraut.

Ein neues Ziel im Leben

All das begann am Ende meiner Schulzeit. Im Jahre 1934 nahm ich den Predigtdienst auf, und zwei Jahre später ließ ich mich taufen. Während jener schwierigen Zeit der Trockenheit und der Staubstürme predigte ich zwei Wochen in einem abgelegenen Gebiet. Wir kochten selbst und schliefen auf der Erde oder im Auto, je nachdem, wo wir uns am Ende eines Tages gerade befanden. Doch wir waren glücklich, denn wir wußten, daß wir den Willen Jehovas taten.

Auf dieser Predigttour trafen wir eine Frau an, die die Broschüre Scheidung der Menschen besaß. Beim Lesen der Broschüre hatte sie erkannt, daß sie die Wahrheit enthielt. Sie bestellte bei der Watch Tower Society noch viele weitere Exemplare und verteilte sie unter ihren Nachbarn und Freunden. Die Frau wurde eine sehr eifrige Zeugin Jehovas.

Im Oktober 1938 nahmen mein Bruder Arthur und ich den Pionierdienst auf. Wir bearbeiteten hauptsächlich das Landgebiet im Osten Süddakotas und im Westen Minnesotas. Später schloß sich uns unser leiblicher Bruder Homer an sowie Bruder Carrol Tompkins. Zu diesem Zeitpunkt besaßen wir einen Wohnwagen und zwei Autos. Wir bearbeiteten Gebiete in Missouri, Louisiana und Iowa. Als wir uns 1941 in Sioux City aufhielten, bekamen wir unsere Sonderpionierzuteilung: Watertown (Süddakota).

Dienst während der ersten Kriegsjahre

Der Zweite Weltkrieg war im Gange, und die jungen Männer wurden zum Heeresdienst einberufen. Aber von uns wurde keiner eingezogen, denn als Vollzeitkönigreichsverkündiger galten wir als Geistliche. Die Farmer in der Umgebung von Watertown regten sich darüber auf, daß vier junge Männer im wehrpflichtigen Alter „ihre Zeit verschwendeten, um mit biblischer Literatur von Tür zu Tür zu gehen“, während ihre Söhne in den Krieg ziehen mußten. An einem Samstagabend, als wir auf der Straße unsere biblischen Schriften anboten, kamen einige Polizisten und brachten uns auf die Polizeiwache. Sie erklärten uns, wir müßten innerhalb von zwei Wochen die Stadt verlassen, wenn wir nicht festgenommen werden wollten. Wir betrachteten unsere Zuteilung aber als von Jehova kommend und dachten genauso wie die Apostel, als man ihnen gebot, das Predigen einzustellen: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelgeschichte 5:29).

Zwei Wochen später — wir verließen gerade unsere Wohnung, um in den Predigtdienst zu gehen — kam die Polizei, nahm uns fest und steckte uns ins Gefängnis. Am selben Abend wurden wir einzeln vom Staatsanwalt — dem eigentlichen Anstifter — verhört. Das dauerte bis in die frühen Morgenstunden. Wir mußten vier Tage im Gefängnis bleiben. Man stellte mehrere Forderungen an uns. Wegen einer Forderung, nämlich daß wir für jede Schrift, die wir für 25 Cent abgaben, einen Cent Steuern zahlen sollten, kam unser Fall bis vor das Oberste Gericht des Staates. Dieses entschied, daß wegen des Charakters unseres Werkes eine solche Steuer unzulässig sei. Jehova segnete uns also und verlieh uns einen Sieg; und heute gibt es in Watertown eine blühende Versammlung der Zeugen Jehovas.

Schulung für zukünftigen Dienst

Inzwischen schrieb man das Jahr 1942. Der Krieg tobte, aber offensichtlich war noch viel zu tun, um Jesu Worte zu erfüllen: „Geht daher hin und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie ..., und lehrt sie“ (Matthäus 28:19, 20).

Meine zwei Brüder und ich erhielten einen Bewerbungsbogen für die erste Klasse der Wachtturm-Bibelschule Gilead. Man stelle sich unsere Überraschung und unsere Freude vor! Wer waren wir, daß wir mit einem solch großen Vorrecht gesegnet wurden? Man gab uns zu verstehen, daß wir damit rechnen müßten, vor Harmagedon vielleicht nie mehr nach Hause zurückkehren zu können. Wir mußten eine Entscheidung treffen. Doch da gab es nicht viel zu überlegen, denn für uns war es eine Lust, Jehovas Willen zu tun (Psalm 40:8). Und wie hocherfreut waren wir, als wir erfuhren, daß unser leiblicher Bruder Leo und seine Frau Eunice mit uns dieselbe Klasse besuchen würden. Sechs Glieder unserer Familie sollten also zur ersten Klasse der Gileadschule gehören.

Nun folgten interessante Monate, in denen wir unterwiesen wurden. Danach hatten zwei meiner Brüder und ich das Vorrecht, im Bethel in Brooklyn geschult zu werden, und dann dienten wir als Kreisaufseher. Ich durfte die meisten der Versammlungen in den Staaten Iowa und Nebraska besuchen. Und schließlich erhielt ich meine Missionarzuteilung: Puerto Rico. Mein Bruder Leo, seine Frau Eunice und mein Vetter Donald wurden ebenfalls dorthin zugeteilt. Welch ein Segen! Ja, wir verspürten deutlich Jehovas liebende Güte.

In neuen Gebieten Jehovas Willen tun

Am 13. März 1944 kamen wir in Puerto Rico an. Eine große Prüfung erwartete uns. Inmitten einer Bevölkerung von 2 000 000 kamen wir uns so klein und verlassen vor. Wir sprachen nicht gut Spanisch und verstanden nur wenig. Würden wir in der Lage sein durchzuhalten? War unser Glaube fest genug gegründet? Waren wir wirklich überzeugt, daß es Jehovas Wille war, daß wir hier waren? Die Zeit würde es zeigen.

Am zweiten Tag nach unserer Ankunft wagten wir es, mit unseren Nachbarn in gebrochenem Spanisch über die Wahrheit zu sprechen. Doch bald verloren wir unsere Schüchternheit, denn die Leute waren sehr freundlich und geduldig. Wir trafen die zwei Pionierschwestern, die schon dort dienten, und die wenigen Glaubensbrüder und -schwestern in Santurce und Arecibo. Sie waren überglücklich, als sie erfuhren, daß sie Hilfe bekamen. Wir verbreiteten riesige Mengen an Literatur und fanden so viele Interessierte, daß es unmöglich war, mit allen, die die Wahrheit kennenlernen wollten, zu studieren. Kurz nach unserer Ankunft schrieb ich einen Brief an die Watch Tower Society und bat um mehr Missionare, und bald darauf kamen meine leiblichen Brüder Arthur und Homer. Später wurden noch viele weitere Missionare geschickt.

Man beauftragte mich, verschiedene Städte zu besuchen, wodurch ich die Möglichkeit erhielt, einer Anzahl von Personen zu helfen, die Wahrheit kennenzulernen und sich Jehova hinzugeben. An eine Erfahrung kann ich mich besonders gut erinnern. Sie handelt von Susana Mangual, einer Frau in den Sechzigern. Susana wohnte in einem Haus, das etwa 2,50 m über dem Erdboden gebaut war. Zur Veranda führte eine Treppe hinauf. Sie rauchte sehr viel und hatte schon den Raucherhusten. Seit langem war sie nicht mehr von der Veranda heruntergekommen. Als ich bei ihr vorsprach, zeigte sie sogleich Interesse, und ich begann mit ihr ein Bibelstudium. Sie machte in der Wahrheit rasche Fortschritte. Auf dem Weg zu einem christlichen Kongreß, der auf der gegenüberliegenden Seite der Insel stattfand, entschloß sie sich, mit dem Rauchen aufzuhören und sich taufen zu lassen. Nach ihrer Rückkehr blieb Susana nicht mehr zu Hause, sondern ging mit den Brüdern in den Predigtdienst. Nach einiger Zeit wurde sie allgemeiner Pionier.

Das Werk ging in Puerto Rico gut voran, und es war nun ein Kreisaufseher erforderlich, der seine ganze Zeit damit verbrachte, von Versammlung zu Versammlung zu reisen. Anscheinend war es Jehovas Wille, daß ich dieses Vorrecht erhielt, und bald besuchte ich in ganz Puerto Rico und auf den Jungferninseln die Versammlungen, Missionarheime und alleinstehenden Verkündigergruppen. Aber durch den Fortschritt des Werkes wurde eine weitere Änderung notwendig.

Im November 1951 erhielt ich von der Gesellschaft einen Brief, durch den ich eingeladen wurde, Zweigaufseher in Kuba zu werden. Ich war sehr erstaunt darüber und konnte es kaum glauben. Wie könnte ich die Arbeit in einem Zweigbüro bewältigen, das die Aufsicht über fast 10 000 Königreichsverkündiger führte? Ich fühlte mich zwar unfähig, diese Verantwortung zu übernehmen, doch es schien Jehovas Wille zu sein, und so wollte ich es versuchen.

Jehova half mir natürlich sehr, aber auch die vier Brüder im Büro arbeiteten geduldig mit mir zusammen. Ich verbrachte dort zwei segensreiche Jahre und lernte Hunderte von Glaubensbrüdern und -schwestern kennen. Viele sind mir ans Herz gewachsen, und ich denke oft an sie.

Doch wiederum trat eine Änderung ein. Aus biblischen Gründen bat ich die Gesellschaft, mich nach Puerto Rico zurückzuschicken, und so geschah es auch. Dort angekommen, wurde ich gebeten, mich des puertoricanischen Zweigbüros anzunehmen, was bedeutete, daß ich täglich viele Stunden arbeiten mußte. Wenn es Jehovas Wille war, wollte ich jedoch auch diese Zuteilung annehmen. Ich freute mich, wieder bei den Missionaren und den puertoricanischen Brüdern und Schwestern zu sein. Es dauerte nicht lange, und eine Missionarschwester und ich dachten, wir könnten Jehova auch als Ehepaar dienen. So kam es, daß im März 1959 Bettyjane Rapp ihren Namen wechselte und Bettyjane Van Daalen wurde. Seitdem sind wir glücklich verheiratet.

Das Predigt- und Lehrwerk schritt voran, und es war offensichtlich, daß Jehovas Segen darauf ruhte. Aber eine weitere Änderung war in Sicht.

Weiterhin freudig Gottes Willen tun

Anfang 1963 wurde ich zu einem zehnmonatigen Gileadschulkurs für Zweigaufseher und ihre Gehilfen eingeladen. Während meiner Abwesenheit übernahm Ronald Parkin, der an dem Kurs zuvor teilgenommen hatte, im Zweigbüro die Verantwortung. Am Ende der zehn Monate übertrug mir Jehova eine andere Arbeit; ich sollte mich um das Königreichspredigtwerk auf den Bahamainseln kümmern.

Es war eine wunderschöne Erfahrung, auf den Bahamas zu dienen. Meine Frau und ich stellten fest, daß die Leute dort freundlich, tolerant und religiös eingestellt sind. Sie nehmen sich bereitwillig Zeit, über die Bibel zu sprechen. Erfahrungen, die mit dem Buch Mein Buch mit biblischen Geschichten gemacht wurden, sind ein Beweis dafür.

Als Jehovas Zeugen diese Publikation in ihrem Haus-zu-Haus-Dienst anboten, verbreitete eine 76jährige Schwester, während sie den Hilfspionierdienst durchführte, über 100 Bücher. Eine andere Schwester — die einzige Zeugin Jehovas auf einer abgelegenen Insel — hatte 60 Bücher erhalten, und bevor der Monat zu Ende ging, hatte sie alle verbreitet. Ja, die Leute auf den Bahamainseln haben große Achtung vor der Bibel.

Während der 18 Jahre, die meine Frau und ich auf den Bahamas dienten, machte das Königreichspredigtwerk gute Fortschritte, denn unser himmlischer Vater segnete es. Jehovas Zeugen sind auf den Inseln gut bekannt, und viele liebe Brüder und Schwestern verausgaben sich, um demütige, schafähnliche Menschen ausfindig zu machen, ehe es zu spät ist.

Jetzt dienen wir in Florida als Vollzeitkönigreichsverkündiger, und wir können auf viele schöne Jahre zurückblicken, in denen wir Gott auf den Inseln der Karibik Lobpreis darbrachten. Wir konnten feststellen, daß der Segen Gottes nie ausbleibt, wenn man sich der Leitung seines Geistes unterstellt. Ja, es ist eine wahre Lust, Jehova gemäß seinem Willen zu dienen.

[Karte auf Seite 29]

(Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

Florida

ATLANTISCHER OZEAN

Bahamainseln

Puerto Rico

Jungferninseln

KARIBISCHES MEER

Kuba

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