-
Allen Menschen Güte erweisenDer Wachtturm 1960 | 15. August
-
-
zugemessen werden.“ — Luk. 6:38, NW.
22. Wie sollten Christen anderen Güte zumessen, und was wird das Ergebnis sein?
22 Messen wir daher anderen unsere Güte freigebig zu! Indem Christen Fremden dadurch Güte bekunden, daß sie die Königreichswahrheiten lehren, haben sie Gelegenheiten zur Freigebigkeit, indem sie großzügig von ihrer Zeit geben. Wenn wir die Zeit, die wir in Gottes kostbarem Königreichsdienst verbringen, geizig bemessen, während wir sie freigebig verausgaben könnten, werden wir uns vieler Segnungen berauben. „Wer sparsam sät, wird auch sparsam ernten, und wer reichlich sät, wird auch reichlich ernten.“ Großmütig allen Menschen Güte zu erweisen wird reichen Lohn eintragen und unerwartete Segnungen mit sich bringen — ja ihr werdet euch dadurch ‚als Söhne eures Vaters, der in den Himmeln ist‘, erweisen. — 2. Kor. 9:6; Matth. 5:45, NW.
-
-
Mein Lebensziel verfolgendDer Wachtturm 1960 | 15. August
-
-
Mein Lebensziel verfolgend
Von Homer McKay erzählt
WÄHREND ich dies schreibe, sitze ich im Zug. An meinen Augen vorüber ziehen Reisfelder, Palmen und hier und dort Affen, die auf den Bäumen spielen. Auf den Bahnhöfen stehen die Leute fast alle in Weiß gekleidet, denn hier sind wir in den Tropen, und es ist sehr heiß. Unter der Menge erblicke ich halbnackte, bemalte Leiber der „Sadhus“, der religiösen Führer. Wie bin ich denn hierhergekommen? Nun, das begann vor einundzwanzig Jahren, obwohl ich damals keine Idee hatte, daß die Dinge, die ich kennenlernte, mich bis auf die andere Seite der Erde und in eine solch fremdartige Umgebung bringen würden. Im Jahre 1939 führten mich zwei meiner Freunde in die Wahrheiten ein, die die Bibel lehrt. Oft bewunderte ich ihren Fleiß, denn fürs erste glaubte ich gar nicht an die Bibel, und dann glaubte ich auch nicht, daß es einen Gott gibt.
Es war ein beglückender Tag für mich, als ich in Brampton, Ontario, nur wenige Kilometer von Toronto, Kanada, entfernt, zur Erkenntnis der Wahrheit kam. Dadurch, daß ich die Bibel las, erschloß sich mir ein ganz neues Leben. Besonderen Eindruck machten auf mich Zeugen, wie Paulus einer war, der weite Reisen gemacht hatte, um den Menschen Zeugnis zu geben, die niemals zuvor die gute Botschaft von Gottes Königreich vernommen hatten. Damals wußte ich noch nichts vom christlichen Vollzeitdienst irgendwelcher Art. Es war für mich daher ein großer Moment im Leben, als ich mit dem Kreisdiener, Bruder Wainwright, zusammentraf. Er wies mich auf ein neues Lebensziel hin — den Dienst als Vollzeitprediger. Schon in wenigen Monaten gab ich mich Gott hin und nahm den Pionierdienst auf. Dann kam das Verbot der Watchtower Society in Kanada; mit dem Pionierdienst war Schluß, und ich nahm eine weltliche Arbeit auf und heiratete. Welch eine Veränderung war dies doch, da ich nun zu etwas mehr materiellen Annehmlichkeiten des Lebens gelangte!
Bevor das Verbot aufgehoben wurde, erging durch den Königreichsdienst (Informator) ein Aufruf nach mehr Pionieren. Nun aber schienen mir die Bequemlichkeiten eines Heims und dessen Sicherheit wünschenswert, und ich mochte sie nicht aufgeben. So beruhigte ich mein Gewissen mit meiner „schriftgemäßen Verpflichtung“, indem ich doch für meine Frau sorgen müßte; auch gebrauchte mich Jehova als Versammlungsdiener. Im Innern wußte ich jedoch, daß ich mein ganzes Leben und nicht nur einen Teil davon Jehova hingegeben hatte, und das beunruhigte mich. Als dann eines Tages ein Sonderbrief bezüglich des Pionierwerkes von der Gesellschaft eintraf,
-