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    Erwachet! 1972 | 22. Juni
    • „Dein Wort ist Wahrheit“

      Können scheinbare Widersprüche bei Zahlenangaben gelöst werden?

      BIBELLESER stoßen bei Zahlenangaben gelegentlich auf scheinbare Widersprüche. Sollte man in einem solchen Fall annehmen, es handle sich dabei um Abschreibfehler? Oder sollte man sich bemühen, solche Probleme auf andere Weise zu lösen?

      Man darf nicht vergessen, daß beim Abschreiben der Manuskripte der Hebräischen Schriften größte Sorgfalt angewandt wurde. Die Abschreiber zählten nicht nur die abgeschriebenen Wörter, sondern auch die Buchstaben. Entdeckten sie den geringsten Fehler, wurde das ganze Stück, auf dem der Fehler war, aus der Rolle herausgeschnitten und durch ein neues Stück ersetzt, auf dem der Text einwandfrei war. Die Abschreiber lasen jedes Wort laut, ehe sie es niederschrieben. Es galt als schwere Sünde, ein einziges Wort aus dem Gedächtnis zu schreiben. Diese peinliche Genauigkeit beim Abschreiben schloß auch die Zahlen ein, die in Buchstaben geschrieben wurden.

      Es ist daher ratsam, nicht voreilig einen scheinbaren Widerspruch mit dem Hinweis abzutun, es sei ein Abschreibfehler. Man sollte sich zuerst bemühen, eine Lösung für solch scheinbare Widersprüche zu finden. Selbst wenn es aussieht, als gäbe es keine Lösung, bedeutet das noch nicht, daß ein Abschreibfehler vorliegt. Unerwähnt gebliebene Faktoren mögen eine Rolle spielen.

      Manchmal mögen die Zahlenangaben abweichen, weil jede der Zahlenangaben mit einem anderen Aspekt eines bestimmten Geschehnisses zu tun hat. So scheint es im Falle Nebusaradans zu sein, der 607 v. u. Z. in Jerusalem einzog. In 2. Könige 25:8 wird gesagt: „Im fünften Monat, am siebenten Tag des Monats, ... kam Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, der Diener des Königs von Babylon, nach Jerusalem.“ In Jeremia 52:12 dagegen wird gesagt, daß Nebusaradan im fünften Monat, am zehnten Tag des Monats, ‘in Jerusalem einrückte’.

      In dem Werk The Soncino Books of the Bible (Band über Jeremia, S. 353) wird über diese Abweichung von drei Tagen folgendes gesagt: „Dieser Unterschied von drei Tagen läßt sich wie folgt erklären: Die erste Zeitangabe bezieht sich auf das Eintreffen Nebusaradans auf dem Schauplatz und die zweite auf den Beginn der Operationen.“ Nebusaradan traf offenbar am siebenten Tag in Jerusalem ein und unternahm von seinem Lager außerhalb der Stadtmauern aus eine Besichtigung. Am zehnten Tag rückte er dann schließlich in die Stadt ein.

      Ein ähnlicher Fall betrifft das Alter, in dem die Leviten ihren Dienst in Verbindung mit dem Heiligtum begannen. Nach 4. Mose 4:3, 30 begannen die Leviten im Alter von dreißig Jahren zu dienen. In 4. Mose 8:24 wird jedoch gesagt, daß die Leviten von fünfundzwanzig Jahren an in den Dienst eintreten sollten. Der Grund für diesen Unterschied besteht offenbar darin, daß von zweierlei Diensten gesprochen wird. Rabbinische Quellen äußern daher die Ansicht, daß ein Levit im Alter von fünfundzwanzig Jahren in den Dienst an der Stiftshütte eingeführt worden sei, doch habe er vorerst nur leichtere Arbeiten verrichten müssen. Dann, im Alter von dreißig Jahren, habe er schwerere Arbeit leisten müssen, so zum Beispiel die Stiftshütte abbrechen, befördern und wieder aufbauen. Diese Schlußfolgerung wird von der Tatsache gestützt, daß der ‘mühevolle Dienst und der Dienst des Lastentragens’ nur in Verbindung mit der Tätigkeit erwähnt wird, die den Leviten oblag, die mindestens dreißig Jahre alt waren. — 4. Mose 4:3, 47.

      Es gibt aber auch Fälle, in denen Widersprüche nicht ohne weiteres gelöst werden können. Ein solcher Fall betrifft die Zahlenangaben in dem Buch Esra (2:1-67) und dem Buch Nehemia (7:6-69). In beiden Büchern ist die Anzahl der Glieder der verschiedenen Familien oder Häuser verzeichnet, die mit Serubbabel aus der Babylonischen Gefangenschaft zurückkehrten. Beide Berichte stimmen in der Gesamtzahl von 42 360 Personen überein, die aus der Gefangenschaft zurückkehrten, Sklaven und Sänger nicht mitgerechnet. (Esra 2:64; Neh. 7:66) Es bestehen indessen Abweichungen bei den Zahlenangaben in Verbindung mit den einzelnen Familien oder Häusern. Beide Verzeichnisse ergeben eine Gesamtzahl, die weit unter der Gesamtzahl von 42 360 liegt. Viele Gelehrte sehen in diesen Abweichungen Abschreibfehler. Während man diese Ansicht nicht ganz in Abrede stellen kann, gibt es doch noch andere Möglichkeiten, diese Abweichungen zu erklären.

      Es kann sein, daß Esra und Nehemia für ihre Verzeichnisse verschiedene Unterlagen hatten. Esra könnte zum Beispiel ein Dokument benutzt haben, auf dem alle verzeichnet waren, die sich für die Rückkehr in ihr Heimatland gemeldet hatten, während Nehemia Unterlagen benutzt haben könnte, in denen nur die verzeichnet waren, die tatsächlich zurückkehrten. Unter den Priestern gab es einige, die ihre Abstammung nicht nachweisen konnten (Esra 2:61-63; Neh. 7:63-65), dieses Problem mögen auch andere Israeliten gehabt haben. Daher mögen sie im Verzeichnis der Familien nicht miterwähnt werden, in der Gesamtzahl aber mögen sie eingeschlossen sein. Bei den 42 360 Personen mag es sich somit um die Gesamtzahl aller Familien handeln, einschließlich vieler Israeliten, die ihre Abstammung nicht nachweisen konnten. Später dagegen mag das einigen dieser Israeliten gelungen sein. Das würde erklären, warum trotz abweichender Zahlen die Gesamtzahl übereinstimmen konnte.

      Vielfach liefert auch der Kontext den Schlüssel zur Lösung eines scheinbaren Widerspruchs bei Zahlenangaben. Ein Beispiel dafür ist die Anzahl Leviten, die die Stelle der erstgeborenen Israeliten einnahmen. In 4. Mose, Kapitel 3 ergibt die Zählung der drei Familien, aus denen sich der Stamm Levi zusammensetzte, die Gesamtzahl von 22 300. Aber in 4. Mose 3:39 wird die Gesamtzahl der männlichen Leviten mit 22 000 angegeben, also mit 300 weniger.

      Der Grund für diese Abweichung ist ohne weiteres ersichtlich, wenn wir den Zweck der Zahlen berücksichtigen. In 4. Mose 3:12, 13 wird gesagt: „Ich [Jehova] nehme in der Tat die Leviten aus den Reihen der Söhne Israels anstelle aller Erstgeborenen, die den Mutterschoß öffnen unter den Söhnen Israels; und die Leviten sollen mein werden. Denn jeder Erstgeborene ist mein. An dem Tage, da ich jeden Erstgeborenen im Lande Ägypten schlug, heiligte ich mir jeden Erstgeborenen in Israel.“

      Aus diesem Text geht hervor, daß alle Erstgeborenen Jehova gehörten und eigentlich den Dienst am Heiligtum hätten versehen sollen. Jehova ließ aber nicht die Erstgeborenen diesen Dienst tun, sondern erwählte an ihrer Stelle die Männlichen des Stammes Levi. Doch einige Leviten wären sowieso für den Dienst am Heiligtum in Frage gekommen. Wieso? Weil sie Erstgeborene waren. Die Zahl dieser Leviten, die als Ersatz galten, wurde somit bei der Gesamtzahl nicht mitgerechnet. Die 300 Leviten, die nicht mitgezählt wurden, als die Anzahl festgestellt wurde, die als Ersatz für die übrigen Erstgeborenen in Frage kamen, müssen logischerweise die Erstgeborenen gewesen sein.

      Die Zahl der Erstgeborenen des Stammes Levi mag ungewöhnlich klein erscheinen. Doch darf man nicht vergessen, daß bei den Israeliten Vielweiberei Sitte war und ein Mann daher viele Söhne, aber nur einen Erstgeborenen haben konnte. Als Erstgeborener galt der Sohn, der als erster vom Mann gezeugt wurde, und nicht jeder, der von einer der Frauen als erster geboren wurde. Da der Stamm Levi nur etwa ein Fünftel oder ein Sechstel so stark war wie der Durchschnittsstamm in Israel, entspricht das Zahlenverhältnis zwischen Gesamtzahl und Erstgeborenen bei den Leviten ungefähr dem Verhältnis bei den übrigen Stämmen.

      Diese Beispiele zeigen, daß man scheinbare Widersprüche bei Zahlenangaben vielfach lösen kann. Stößt du daher beim Lesen der Bibel auf solche Widersprüche, dann prüfe sorgfältig den Kontext, vielleicht findest du eine einleuchtende Erklärung. Kommst du allein nicht zurecht, dann wende dich an jemand, der der Bibel glaubt und eine gute Erkenntnis der Bibel hat, um Hilfe. Wenn du so handelst, wirst du die Erfahrung machen, daß es im allgemeinen unnötig ist, zu schlußfolgern, daß es sich bei solchen Abweichungen um Abschreibfehler handelt.

  • Wir beobachten die Welt
    Erwachet! 1972 | 22. Juni
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      Erbanlagen im Weltall verändert

      ◆ Versuche mit Salatsamen, der mit dem künstlichen Erdsatelliten Kosmos 368 und mit der Sonde 8 ins Weltall geschickt worden war, ließen sowjetische Wissenschaftler zu der Erkenntnis kommen, daß sich unter Umständen Erbanlagen im Kosmos verändern können. Nach dem Flug habe es sich erwiesen, daß die Samen von Salatpflanzen intensiver keimten und trieben. Über die Ursachen ist man sich jedoch noch nicht im klaren; man vermutet aber, daß die Veränderung auf die Schwerelosigkeit sowie auch auf die Strahlenwirkung zurückzuführen sei.

      Pfarrer über Sexualität

      ◆ In seiner Gemeinde in Mönchengladbach dachte sich der 30jährige Pfarrer eine eigene Auslegung der im Vaterunser enthaltenen Bitte „Gib uns unser täglich Brot“ aus. Er predigte von der Kanzel, daß sich diese Bitte nicht wörtlich auf das Brot beziehe, sondern Jesus habe damit die „leiblichen Bedürfnisse“ gemeint. Und ein ganz wesentliches Bedürfnis ist die Sexualität. ... Alles Geben und Nehmen muß eingeübt werden, auch die Sexualität. Bei unseren Jugendlichen ist sie auf Autositze und Parkbänke verbannt. Die Öffentlichkeit scheut sich noch, Jugendlichen Zeit und Raum zu geben, um ihre Sexualität in Ruhe und Würde auszuprobieren.“ Diese Auslegung des Pfarrers steht jedoch in krassem Gegensatz zu den Grundsätzen der Bibel, die er lehren müßte. — Eph. 5:3.

      Geschlechtskrankheiten breiten sich aus

      ◆ Die Geschlechtskrankheiten sind weltweit auf dem Vormarsch. Auch die Ostblockländer blieben davon nicht verschont. Aber die Bundesrepublik steht ebenfalls nicht abseits. Gemäß Angaben vom Berliner Bundesgesundheitsamt kamen zwischen Mitte 1970 und 1971 auf je 100 000 Einwohner in der Bundesrepublik und West-Berlin 123 Geschlechtskranke. In West-Berlin allein war die Häufigkeit etwa viermal so hoch wie im Bundesgebiet. Hier entfielen 498 Fälle auf je 100 000 Einwohner. Die Wiener Ärztegesellschaft berichtet, daß in Österreich dieselbe Tendenz zu beobachten ist. In diesem Land hat sich die Zahl der an Syphilis erkrankten Personen in den letzten zehn Jahren vervierfacht, die Zahl der an Gonorrhöe erkrankten versechsfacht. In den meisten Fällen handelt es sich um Jugendliche aus zerrütteten Familienverhältnissen oder aus „Haschkreisen“.

      Bibelfragment gefunden

      ◆ Wissenschaftler untersuchten ein Fragment des Markusevangeliums, das vor kurzem im Geröll des Toten Meeres gefunden wurde. Vergleiche mit anderen Funden veranlaßten die Bibelwissenschaftler zu der Annahme, daß dieses Fragment aus der Mitte des 1. Jahrhunderts u. Z. stamme. Die Verse 52 und 53 aus dem 6. Kapitel des Markusevangeliums sollen bisher entziffert worden sein. Ein Papyrus-Spezialist untersuchte daraufhin die Schriftrollen, die ein Schafhirte in einer Höhle am Toten Meer gefunden hat. Auch diese sollen nach seinen Angaben aus der Zeit kurz nach dem Tode Christi stammen. Diese Feststellungen geben Bibelkritikern unrecht, die behaupten, die Niederschrift der in den Evangelien befindlichen Berichte erfolgte lange Zeit nach dem Tode Jesu Christi.

      Erbschäden durch Umwelt

      ◆ Um die genetische Gefährdung des Menschen durch Produkte der chemischen Industrie so gering wie möglich zu halten, wird zukünftig eine neugegründete Gesellschaft für Umwelt­mutations­forschung (GUM) Industrie und staatlichen Körperschaften beratend zur Seite stehen. Ziel dieser Gesellschaft ist die Förderung der experimentellen Mutationsforschung und der Entwicklung neuerer und besserer Methoden zur Erfassung von Erbschädigungen durch Umwelteinflüsse. In diesem Zusammenhang weist sie darauf hin, daß die Umweltvergiftung nicht nur Krankheiten und Schädigungen verursache, die ein Arzt unmittelbar erkennen und behandeln könne. In vielen Fällen seien auch Schäden die Folge, deren Auswirkungen auf den Menschen nicht sofort bestimmbar und als

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