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In einer gesetzlosen Welt predigenDer Wachtturm 1979 | 15. Oktober
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Geistliche in den Vereinigten Staaten ihr möglichstes, um die Haus-zu-Haus-Tätigkeit der Zeugen Jehovas verbieten zu lassen. Doch das Oberste Bundesgericht der Vereinigten Staaten entschied bei vielen Gelegenheiten, daß das Predigen von Haus zu Haus durch das in der Verfassung garantierte Recht der freien Religionsausübung und der Rede- und Pressefreiheit gestützt wurde. Das Oberste Bundesgericht der USA lenkte in seinem Mehrheitsentscheid im Falle Murdock gegen Commonwealth of Pennsylvania im Mai 1943 die Aufmerksamkeit auf die biblische Grundlage der Tätigkeit der Zeugen Jehovas, indem es feststellte:
„Sie beanspruchen, dem Beispiel des Paulus zu folgen, indem sie ,öffentlich und von Haus zu Haus‘ lehren. Apostelgeschichte 20:20. Sie nehmen das Gebot der Heiligen Schrift wörtlich: ,Geht in alle Welt, und predigt das Evangelium jeder Kreatur.‘ Markus 16:15. ... Dieser Form des Evangelisierens bedient sich heute eine Vielzahl verschiedener Religionsgemeinschaften, deren Kolporteure das Evangelium in Tausende und aber Tausende von Wohnungen tragen und durch persönliche Besuche Anhänger für ihren Glauben suchen. Es ist mehr als Predigen, es ist mehr als die Verteilung religiöser Schriften. Es ist eine Kombination aus beidem.“
Ja, dem „Heuschreckenheer“ und seinen Gefährten ist es gelungen, gesetzliche Mauern zu übersteigen, die die Feinde gegen ihre Tätigkeit von Haus zu Haus aufzurichten versuchten.
AUF DER GANZEN ERDE „VON HAUS ZU HAUS“
16. (a) Welche Tätigkeit führen Engel im weltweiten Feld durch? (b) Warum sind die „Predigt“methoden der Missionare der Christenheit fehlgeschlagen?
16 Als Jesus seinen Jüngern eines seiner Gleichnisse erklärte, sagte er: „Das Feld ist die Welt ... Die Ernte ist ein Abschluß eines Systems der Dinge, und die Schnitter sind Engel“ (Matth. 13:38, 39). Auch der Apostel Johannes sah in einer Vision, daß in der „Zeit des Endes“ Engel tätig wären, und schrieb:
„Ich sah einen anderen Engel in der Mitte des Himmels fliegen, und er hatte eine ewige gute Botschaft, um sie als frohe Nachricht denen zu verkünden, die auf der Erde wohnen, sowie jeder Nation und jedem Stamm und jeder Zunge und jedem Volk, indem er mit lauter Stimme sprach: ,Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen, und betet den Einen an, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat.‘ Und ein anderer, ein zweiter Engel, folgte und sprach: ‚Sie ist gefallen! Babylon, die große, ist gefallen, sie, die alle Nationen veranlaßt hat, von dem Wein der Wut ihrer Hurerei zu trinken!‘“ (Offb. 14:6-8).
Wie sollten alle Völker die ewige gute Botschaft von Gottes Königreichsherrschaft und von dem bevorstehenden Sturz und der Vernichtung des Weltreiches der falschen Religion erfahren? Etwa dadurch, daß man wie die Vertreter der Christenheit in sogenannte heidnische Länder geht, daß man Schulen, Krankenhäuser und Erholungszentren baut und den „Reischristen“, die sich einfinden, gelegentlich predigt? Nein, denn mit solchen Methoden kommt man nicht ans Ziel. Die Tatsachen zeigen, daß diese Methoden fehlschlagen. Außerdem haben die Kirchen der Christenheit dadurch, daß sie jahrhundertelang Waffenschmuggel und Kolonialkriege unterstützt haben, in vielen nichtchristlichen Ländern der Erde an Ansehen stark eingebüßt.
17. Welcher Methoden haben sich die Missionare der Zeugen Jehovas bedient, und mit welchem Ergebnis?
17 Die Engel des Himmels haben in den vergangenen Jahrzehnten eine ganz andere Missionartätigkeit geleitet. Seit 1943 unterhalten Jehovas Zeugen die Wachtturm-Bibelschule Gilead (ursprünglich in South Lansing [New York, USA]) ausdrücklich zu dem Zweck, Missionare für das weltweite Feld auszubilden. Und diese Missionare sind ausgesandt worden, um „öffentlich und von Haus zu Haus“ zu predigen, Heimbibelstudien zu leiten und interessierte Personen mit neuen Versammlungen in Verbindung zu bringen. War dieses öffentliche Predigen „von Haus zu Haus“ erfolgreich? Gewiß. Im Jahre 1943 dienten in 54 Ländern und Territorien der Erde 126 329 Zeugen Jehovas, die mit 6 310 Versammlungen verbunden waren. Im Jahre 1978, also 35 Jahre später, waren in 205 Ländern 2 182 341 Zeugen tätig, die in 42 255 Versammlungen organisiert waren.
18. (a) Ist das Predigen von Haus zu Haus heute wichtig? Begründe deine Antwort. (b) Welche Ansicht sollten Jehovas Diener über ihre Rolle in Verbindung mit dem Gerichtswerk haben? (c) Was müssen wir tun, um schließlich glücklich zu sein?
18 Wie ‘die Stunde des Gerichts’ Gottes näher rückt, so muß auch die Tätigkeit von Haus zu Haus, die ihr in der Heimat oder als Missionare im Ausland durchführt, ihrem Abschluß zustreben (Offb. 14:7). Wenn auch viele Personen heute eine ‘bockähnliche’ Haltung zeigen mögen, so warten in eurem Gebiet doch immer noch „Schafe“. Während ihr eure Tätigkeit von Haus zu Haus mutig fortsetzt, werden Engel dafür sorgen, daß ihr zu diesen „Schafen“ geleitet werdet. Christus Jesus, der inthronisierte König, ist der Richter. Wir sind lediglich demütige Diener, die das Vorrecht haben, in Verbindung mit seinem Gerichtswerk eine Rolle zu spielen, und das können wir, indem wir ‘öffentlich und von Haus zu Haus gründlich Zeugnis ablegen und lehren’ (Apg. 20:20, 21). Sehr bald werden die gesetzlosen Städte der Christenheit und der ganzen Erde „tatsächlich in Trümmer zusammenbrechen, um ohne Bewohner zu sein“. Dann werden all diejenigen glücklich sein, die auf den Aufruf, Jehova zu dienen, geantwortet haben: „Hier bin ich! Sende mich“ (Jes. 6:8-11).
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Sie predigten von Haus zu HausDer Wachtturm 1979 | 15. Oktober
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Sie predigten von Haus zu Haus
IM Jahre 1956 teilte man zwei Vollzeitverkündigerinnen der Zeugen Jehovas als Predigtgebiet die Kleinstadt Princeton in Kentucky zu. Es gab dort keine Zeugen. Um das Gebiet wirkungsvoll bearbeiten zu können, hielten sie es für angebracht, nach Princeton zu ziehen. Sie hatten kein Auto, und zwischen diesem Ort und der entfernten Stadt, wo sie bei Zeugen wohnten, zu pendeln war mühsam. Doch wie sollten sie sich eine Unterkunft beschaffen?
Nun, sie gingen nach ihrer Gewohnheit von Haus zu Haus und predigten die gute Botschaft von Gottes Königreich. Wenn sie jemanden antrafen, der etwas Interesse bekundete, teilten sie ihm mit, daß sie eine Unterkunft brauchten, damit sie die Gemeinde in ihrem biblischen Erziehungswerk wirkungsvoller betreuen könnten. Unglücklicherweise hatte aber niemand ein Zimmer für sie zur Verfügung.
„Es ging auf den Abend zu“, erzählte Katie Williams, eine der Vollzeitverkündigerinnen, vor einiger Zeit auf einem Kreiskongreß, „und wir kamen zu dem letzten Haus, das am Ende der Straße stand, in der wir arbeiteten.“ Nachdem sie sich der Dame des Hauses als Bibelforscher vorgestellt und ihr kurz den Sinn ihrer Arbeit erläutert hatten, sagten Katie und ihre Gefährtin, sie benötigten eine Unterkunft.
Darauf rief die Dame nach ihrem Mann und sagte zu ihm: „Hier sind Bibelforscher; sie suchen ein Zimmer.“
„Bibelforscher?“ fragte er. „Laß sie herein. Die kommen genau richtig.“ Die beiden Mädchen waren ein wenig überrascht, als sie so herzlich empfangen wurden. Doch dann sagte die Frau: „Wir brauchen Sie, damit Sie uns helfen, unsere Gemeinde anzuspornen.“
Sie erfuhren bald, daß ihr Mann, der etwa 70jährige Frank Wattley, Baptistenprediger war. „Sie hatten uns so herzlich willkommen geheißen“, erzählte Katie, „daß wir ihre Einladung, bei ihnen zu wohnen, annahmen.“ Später gestand Frank den Mädchen, was er damals in Wirklichkeit beabsichtigt hatte: sie zu seiner Religion zu bekehren.
Von Anfang an begannen Katie und ihre Partnerin ihr Tagewerk damit, jeden Morgen einen Bibeltext zu besprechen, sie luden die Wattleys ein, daran teilzunehmen. Das ältere Ehepaar nahm die Einladung bereitwillig an. Eines Morgens betrachteten sie Hesekiel 18:4, wo es heißt: „Die Seele, die sündigt — sie selbst wird sterben.“
„Wie? Sie meinen, die Seele stirbt?“ fragte Frank. „Einen Moment, bitte. Darüber muß ich mehr erfahren.“ So wurde mit ihm und seiner Frau ein regelmäßiges Bibelstudium begonnen. Nachdem er sich davon überzeugt hatte, was die Bibel über die Seele lehrt, sagte Frank: „Hört mal, Mädchen. Ich kann niemals wieder in meiner Gemeinde die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele lehren.“ Deshalb traten er und seine Frau aus der Kirche aus und begannen, zusammen mit Katie und ihrer Partnerin von Haus zu Haus zu predigen. Aber das war noch nicht alles.
Eine Anzahl Mitglieder von Franks ehemaliger Gemeinde fingen an, mit ihnen die Bibel zu studieren. Mit der Zeit wurden in der Wohnung der Wattleys Zusammenkünfte abgehalten; als die Gruppe größer geworden war, mietete man einen Laden und kam dort zusammen. In kurzer Zeit wurden viele getauft, darunter die Wattleys. Gewöhnlich besuchte sie ein Zeuge aus einer anderen Stadt und leitete die Zusammenkünfte. Schließlich wurde eine neue Versammlung der Zeugen Jehovas gegründet.
Als der Raum, in dem sie zusammenkamen, nicht mehr genug Platz bot, sagte Frank: „Wir wollen der Versammlung ein Grundstück schenken.“ Mit der Zeit wurde an dieser Stelle ein Königreichssaal errichtet. Frank Wattley blieb bis zu seinem Tod ein treuer Zeuge Jehovas. Katie Williams steht nun im 32. Jahr im Pionierdienst und predigt noch regelmäßig von Haus zu Haus.
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Was andere über das Zeugnisgeben von Haus zu Haus gesagt habenDer Wachtturm 1979 | 15. Oktober
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Was andere über das Zeugnisgeben von Haus zu Haus gesagt haben
Als für Jehova die Zeit kam, an der abtrünnigen Stadt Jerusalem das Gericht zu vollstrecken, gab er seinem Propheten Hesekiel eine Vision, in der dieser einen mit Linnen bekleideten Mann sah, der das Tintenfaß eines Schriftführers bei sich hatte. Diesem Mann gab Jehova den Auftrag: „Geh mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem, und du sollst ein Kennzeichen an die Stirn der Männer anbringen, die seufzen und stöhnen über all die Abscheulichkeiten, die in seiner Mitte getan werden.“ Wer das Zeichen der Anerkennung erhielt, blieb von der Vernichtung verschont. Alle anderen kamen um (Hes. 9:2-11).
Heute ist ein ähnliches Kennzeichnungswerk im Gange; dadurch werden diejenigen gekennzeichnet, die bekümmert sind wegen der Heuchelei, Korruption und Blutschuld innerhalb der Christenheit und bereit sind, die wahre christliche Persönlichkeit anzuziehen, mit der Aussicht auf ewiges Leben. Es sind Jehovas Zeugen, die dieses Kennzeichnungswerk im ganzen Bereich der Christenheit durchführen; sie stehen dabei unter der Leitung der Klasse, die durch den ‘mit Linnen bekleideten Mann’ vorgeschattet wird. Hauptsächlich geschieht dieses Kennzeichnen in Verbindung mit einem großangelegten Predigtfeldzug, in dem die „gute Botschaft vom Königreich“ von Haus zu Haus verkündigt wird (Matth. 24:14; Apg. 20:20). Wie haben die Menschen auf diesen Predigtfeldzug reagiert?
Wie in den Tagen Hesekiels sind auch heute einige bereit gewesen, das Zeichen des wahren Christentums zu empfangen. Andere dagegen haben der Botschaft erbittert Widerstand geleistet. Wieder andere haben sich über die Zeugen und ihre Predigtmethoden lobend geäußert. Zum Beispiel sagte der katholische Priester John A. O’Brien zu etwa 200 Priestern im St.-Josephs-Seminar in New York:
„Der persönliche Kontakt ist die beste Methode, neue Anhänger zu gewinnen und Abgefallene zurückzuführen. Das erreicht man durch den taktvoll vorgehenden, höflichen und gutgeschulten ,Türklingel-Apostel‘. Das Geheimnis des erstaunlichen Erfolges des heiligen Paulus war seine unermüdliche Tätigkeit von Haus zu Haus, durch die er neue Anhänger gewann. Es ist eine Ironie, daß gerade diese Methode der Apostel heute von nichtkatholischen Sekten angewandt wird, besonders von Jehovas Zeugen, die uns Katholiken mit ihren vielen Bekehrungen beschämen“ („The Monitor“, 7. Juli 1961).
Eine ähnliche Ansicht vertrat der katholische Priester J. S. Kennedy, der über Jehovas Zeugen schrieb:
„Sie gehen beharrlich und unermüdlich von Tür zu Tür, um neue Anhänger zu finden. ... Ihr Eifer und ihre Opferbereitschaft sollten uns zu denken geben“ („Our Sunday Visitor“, 3. Juni 1962).
Und in neuerer Zeit wurde auf einer Konferenz religiöser Führer in Spanien folgendes gesagt:
„Vielleicht sind ... [die Kirchen] in höchstem Maße in dem nachlässig, worauf ausgerechnet die Zeugen ihre meiste Zeit verwenden — in den Hausbesuchen, die im Rahmen der Methoden liegen, die von den Aposteln der Urkirche angewandt wurden. Während sich die Kirchen nicht selten darauf beschränken, Tempel zu bauen, durch Glockengeläut Menschen anzulocken und in ihren Zusammenkunftsstätten zu predigen, folgen ... [die Zeugen] der apostolischen Methode, von Haus zu Haus zu gehen und jede Gelegenheit zum Zeugnisgeben wahrzunehmen“ („El Catholicismo“, Bogotá [Kolumbien], 14. September 1975).
Während die orthodoxen Religionen darauf warten, daß die Leute zu ihnen kommen, folgen Jehovas Zeugen dem Beispiel Jesu und der Apostel und gehen zu den Menschen hin. Selbst unter Verbot oder Verfolgung hören sie nicht auf, die „gute Botschaft“ zu verkündigen; auch die ersten Nachfolger Christi taten das nicht, und von ihnen wurde gesagt:
„Eine große Verfolgung [setzte] gegen die Versammlung ein, die in Jerusalem war; alle, ausgenommen die Apostel, wurden in die Gegenden von Judäa und Samaria zerstreut. Diejenigen indes, die zerstreut worden waren, gingen durch das Land und verkündeten die gute Botschaft des Wortes“ (Apg. 8:1, 4).
Damals stellte man das Predigen von Gottes Königreich nicht ein.
IN WELTWEITEM AUSMASS
In der Neuzeit wurde bis zum Zweiten Weltkrieg ein umfassendes Zeugnis in der Christenheit gegeben. Dieses Zeugnis begann sich gewaltig auszudehnen, als man von 1943 an in der Wachtturm-Bibelschule Gilead (South Lansing, New York) Missionare schulte und dann von dort aussandte. In einem Land nach dem andern führten sie eine gründliche Predigttätigkeit von Haus zu Haus durch, aus der sich viele Heimbibelstudien ergaben. Mit welchem Ergebnis? Schon 1950 schrieb ein Professor der Religionsgeschichte an der Northwestern University (USA) folgendes:
„Jehovas Zeugen haben mit ihrer Zeugnistätigkeit buchstäblich die ganze Erde umspannt. ... Es kann wirklich gesagt werden, daß keine einzige Religionsgemeinschaft der Welt das Evangelium vom Reiche Gottes eifriger und beharrlicher verkündigt hat als die Zeugen Jehovas. ... Diese Bewegung wird sehr wahrscheinlich immer stärker werden“ (C. S. Braden in seinem Buch „These Also Believe“ [Auch diese glauben]).
Andere haben die missionarische Tätigkeit der Zeugen Jehovas ebenfalls sorgfältig studiert. Einer dieser Gelehrten, Bryan Wilson, Professor am All Souls College der Universität Oxford, besuchte Japan, wo er etwas studierte, was er „das kürzliche schnelle Wachstum“ in den Reihen der Zeugen Jehovas nannte. Die Ergebnisse seiner Studien wurden im „Social Compass“ vom Januar 1977 veröffentlicht; darin standen unter anderem folgende interessante Ausführungen:
„Die Zeugen haben auf vielen Gebieten mit praktischem Rat aufzuwarten, der — mit Autorität gesprochen — die Frage der ehelichen Beziehungen, der Moral und der Kindererziehung sowie andere praktische Punkte behandelt. ... [Den Eltern] bieten die Zeugen eine Menge, indem sie entschiedenen Rat geben, der sich auf die Heilige Schrift gründet und in eine verständliche Lebensphilosophie integriert ist, die ein klares Ziel verfolgt ... Außerdem trägt der Rat der Zeugen den zusätzlichen Stempel, einheitlich zu sein, ohne Zugeständnisse an lokale Sonderwünsche. Er wird gegeben, ohne jemanden zu begünstigen oder zu bevorrechten und ohne Vorurteil, und seine Stärke ist die Kompromißlosigkeit. ... Niemand nimmt die Wachtturm-Religion ausschließlich deshalb an, weil es für ihn Vorteile bringt: Man kann ihre Lehren, die die Kindererziehung betreffen, nicht mit dem Reis vergleichen, den die katholischen und protestantischen Missionare vergangener Zeiten den Einheimischen gaben, um sie zu bekehren.“
Heute predigen in Japan mehr als 48 000 einheimische Zeugen Jehovas die großartige Hoffnung auf Gottes Königreich von Haus zu Haus. Als Professor Wilson 377 dieser Zeugen in Tokio befragte, stellte er fest, daß bei 58,3 Prozent das Interesse durch Haus-zu-Haus-Besuche geweckt worden war, wogegen bei 34,3 Prozent ein Verwandter, Freund oder Bekannter zuerst Zeugnis gegeben hatte. Daraus kann man ersehen, wie wirkungsvoll Haus-zu-Haus-Besuche in diesem Missionsfeld gewesen sind. Die Interviewten wurden von dem Professor auch gefragt, was es war, das sie anfänglich zu Jehovas Zeugen hinzog. Darauf erhielt er folgende typische Antworten:
„Die Freundlichkeit der Zeugen.“ „Jeder Anflug von religiösem Formalismus fehlt, und es gibt keinen Pomp.“ „Was mich zu den Zeugen hinzog, war ihre Herzlichkeit, ihre Sauberkeit, ihre Hilfsbereitschaft und das gute Verhältnis zueinander.“ „Die Einstellung und Persönlichkeit des Verkündigers, der zuerst mit mir sprach.“ „Die Gesinnung innerhalb der Versammlung.“ „Ich war ganz überrascht, als ich solch sanftmütige Menschen fand.“ „Mich beeindruckte die Höflichkeit der Zeugen. Als ich 1973 den Kongreß besuchte, war ich von der Einheit ihrer Organisation beeindruckt: Ich glaubte, gut trainierte Soldaten zu beobachten.“ „Die Leute waren liebevoll und freundlich; sie gingen gern in ihre Zusammenkünfte, und sie versuchten aufrichtig, in ihrem Leben biblische Grundsätze anzuwenden.“ „Die Liebe und Herzlichkeit unter Jehovas Zeugen.“
Kehren wir nun wieder in die westliche Welt zurück und beschäftigen uns mit einem Artikel, der in der Zeitschrift „U.S. Catholic“ (Ausgabe Januar 1979) erschien. Er ist von William J. Whalen verfaßt und hat die Überschrift „Jehovas Zeugen: Fundamentalisten in Tätigkeit“. In der Unterüberschrift wird die Frage aufgeworfen: „Hat die Tür-zu-Tür-Religion Erfolg?“ Dann folgt in dem Artikel eine unvoreingenommene Betrachtung der Geschichte und der Tätigkeit der Zeugen Jehovas. Zum Schluß schreibt Whalen:
„Vor hundert Jahren gab ein junger Mann [Charles Taze Russell] sein Bekleidungsgeschäft auf und begann seine Auslegung der Bibel zu lehren. Seither sind Hunderte von Leuten lieber gestorben, als das zu verleugnen, was sie für den Willen Jehovas hielten. Andere haben ihr Leben und das ihrer Kinder riskiert, weil sie eine Bluttransfusion ablehnten. Viele haben lange Jahre in Gefängnissen und Konzentrationslagern zugebracht.
1962 schloß ich meine Studie über Jehovas Zeugen mit der Bemerkung ab: ,Es ist zweifelhaft, daß der Neuen-Welt-Gesellschaft plötzlich der Atem ausgeht. Ob Harmagedon vor der Tür steht oder nicht, Hunderttausende, wenn nicht gar Millionen, leben jeden Tag in dem Glauben, daß es vor der Tür steht. Harmagedon steht immer noch unmittelbar vor der Tür, und es gibt heute mehr als zweimal so viele Zeugen wie damals. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß die Wachtturm-Gesellschaft im kommenden Jahrzehnt wahrscheinlich ihre Größe verdoppeln wird.“
Offensichtlich hat nach Ansicht des eben zitierten Schreibers die „Tür-zu-Tür-Religion“ Erfolg. Am wichtigsten ist aber dabei, daß Jehovas Geist und Segen auf seinem Volk ruht (Sach. 4:6; Joh. 14:15-17).
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Es entspricht einem BedürfnisDer Wachtturm 1979 | 15. Oktober
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Es entspricht einem Bedürfnis
IM LETZTEN Jahr wurde auf den Kongressen „Siegreicher Glaube“ das Buch Mein Buch mit biblischen Geschichten freigegeben. Diese Publikation unterscheidet sich völlig von irgendeiner anderen, die Jehovas Zeugen jemals hergestellt haben. Das Buch ist in großer Schrift gedruckt und in leichtverständlicher Sprache geschrieben; auch ist es mit über 125 schönen großen
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