-
Eine neue Schule wird eröffnet!Der Wachtturm 1987 | 1. Juni
-
-
Jehova gab das Wachstum, so daß sich die Zahl der Jünger sehr vermehrte. Dies erforderte mehr qualifizierte Männer, die in der Versammlung lehrten und die Herde hüteten. Einer der jungen Aufseher, die mit dieser Verantwortung betraut worden waren, war Timotheus. Was zu tun, ermahnte ihn der Apostel Paulus? Timotheus sollte sich ständig schulen. Paulus sagte: „Wenn du den Brüdern diese Ratschläge erteilst, wirst du ein vortrefflicher Diener Christi Jesu sein, genährt mit den Worten des Glaubens und der vortrefflichen Lehre, der du genau gefolgt bist. ... Übe dich andererseits mit Gottergebenheit als deinem Ziel“ (1. Timotheus 4:6-8). Dies wäre viel wichtiger, als sich auf irgendwelche persönlichen Interessen oder Bestrebungen zu konzentrieren, wie z. B. Leibesübung. Um seinen Dienst völlig durchzuführen, mußte Timotheus auf sich und auf sein Lehren achten.
Ihr Absolventen dieser Klasse der Gileadschule seid für eure Missionartätigkeit geschult worden. Lehrfähige Aufseher haben euch mit ausgezeichneten geistigen Gaben versorgt. Nun ist ein weiteres hervorragendes Schulungsprogramm für qualifizierte Männer vorbereitet worden, die über gewisse Erfahrung beim Erfüllen von Versammlungsaufgaben verfügen. Sie werden im Hinblick auf Gottergebenheit geschult, was ihnen helfen wird, die richtige Einstellung zu bewahren, und sie ausrüstet, sich auf das zu konzentrieren, worüber Paulus weiter an Timotheus schrieb: „Niemand blicke je auf deine Jugend herab. Im Gegenteil, werde ein Vorbild für die Treuen im Reden, im Wandel, in der Liebe, im Glauben, in der Keuschheit. ... widme dich weiterhin dem Vorlesen, dem Ermahnen, dem Lehren. Sinne über diese Dinge nach; geh darin auf, damit dein Fortschritt allen Menschen offenbar werde“ (1. Timotheus 4:12, 13, 15).
Ebenso wie Timotheus sollten sich heute Brüder, die in der Versammlung Verantwortung tragen — auch jüngere —, darüber im klaren sein, daß es für sie an der Zeit und dringend erforderlich ist, ihren Fortschritt offenbar werden zu lassen. Dadurch beweisen sie ihr aufrichtiges Bemühen, göttlichen Maßstäben zu entsprechen, und ihre echte Bereitschaft, sich um geistige Interessen zu kümmern, so daß sie sich für weitere Dienstvorrechte eignen (Philipper 2:20, 21).
Angesichts des bestehenden Bedarfs in dieser Phase der Verwirklichung des Vorsatzes Gottes ist es ein Vorrecht, von Jehova an irgendeinem Platz in seiner Organisation gebraucht zu werden. Wie dankbar sind wir ihm, unserem großen Hirten, und dem vortrefflichen Hirten, Jesus Christus, für diese neue und zeitgemäße organisatorische Einrichtung, die Schule zur dienstamtlichen Weiterbildung!
-
-
Fragen von LesernDer Wachtturm 1987 | 1. Juni
-
-
Fragen von Lesern
◼ Sollte ein Christ, dessen Ehegefährte gestorben ist, unverheiratet bleiben in der Hoffnung auf eine künftige Wiedervereinigung?
Es ist bestimmt anerkennenswert, wenn ein Christ seinen Ehegefährten über dessen Tod hinaus liebt. Einige, denen es so erging, sind unverheiratet geblieben, nicht weil ihnen die Ehelosigkeit zugesagt hätte, sondern weil sie hofften, nach der Auferstehung wieder mit ihrem Ehegefährten vereint zu sein. Wir möchten die auf dieser Hoffnung beruhenden menschlichen Gefühle nicht unberücksichtigt lassen, dennoch ermuntern wir solche Personen, einige Bibeltexte in Betracht zu ziehen.
Der Apostel Paulus schrieb zum Beispiel zu diesem Thema: „Eine Frau ist während der ganzen Zeit, da ihr Mann lebt, gebunden. Wenn ihr Mann aber im Tod entschlafen sollte, so ist sie frei, sich zu verheiraten, mit wem sie will, nur im Herrn. Doch ist sie ... glücklicher, wenn sie so bleibt, wie sie ist“ (1. Korinther 7:39, 40). Das zeigt, daß die Ehe durch den Tod des einen Partners aufgelöst wird. Es ist Gottes Güte zu verdanken, daß er Christen von dieser Tatsache unterrichtet, denn so können Witwen oder Witwer ihren emotionalen und anderen Bedürfnissen entsprechend eine Wiederverheiratung erwägen; sie sind nicht an den Verstorbenen gebunden (1. Korinther 7:8, 9).
Geht aber aus der Bibel hervor, daß auferstandene Personen heiraten oder eine Ehe, die durch den Tod aufgelöst wurde, weiterführen können? In einem Fall, von dem berichtet wird, ging es anscheinend um diese Frage. Einige Sadduzäer (die Sadduzäer glaubten gar nicht an die Auferstehung) kamen zu Jesus in der Absicht, ihm eine Falle zu stellen. Sie brachten dieses Problem in Verbindung mit der Schwagerehe vor. Sie sagten: „Da [waren] sieben Brüder; und der erste nahm eine Frau und starb kinderlos. Und der zweite und der dritte nahm sie.a Desgleichen auch die sieben: Sie hinterließen keine Kinder, sondern starben. Zuletzt starb auch die Frau. Welchem von ihnen wird sie nun in der Auferstehung zur Frau werden?“ (Lukas 20:27-33; Matthäus 22:23-28).
Christen sind nicht unter dem mosaischen Gesetz, dennoch könnte für sie eine ähnliche Schwierigkeit entstehen. Ein Beispiel: Bruder und Schwester C. waren verheiratet und hatten zwei Kinder. Dann starb er. Schwester C. liebte ihren Mann sehr, und sein Tod war für sie ein schmerzlicher Verlust, aber sie verspürte das Bedürfnis nach Kameradschaft und nach ehelicher Liebe; außerdem brauchte sie Unterstützung in finanzieller Hinsicht und in der Kindererziehung. Sie heiratete deshalb Bruder M. Diese Ehe war ebenso schriftgemäß wie die erste. Später wurde er krank und starb. Wen soll sie nun heiraten, wenn ihre Ehepartner auferstehen und eine Wiederverheiratung möglich ist?
Jesus gab den Pharisäern folgende Antwort: „Die Kinder dieses Systems der Dinge heiraten und werden verheiratet, diejenigen aber, die für würdig erachtet worden sind, jenes System der Dinge und die Auferstehung von den Toten zu erlangen, heiraten nicht, noch werden sie verheiratet. In der Tat, sie können auch nicht mehr sterben, denn sie sind den Engeln gleich, und sie sind Gottes Kinder, indem sie Kinder der Auferstehung sind. Daß aber die Toten auferweckt werden, hat auch Moses ... enthüllt, wenn er Jehova ‚den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs‘ nennt. Er ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden, denn für ihn leben sie alle“ (Lukas 20:34-38; Matthäus 22:29-32).
Einige sind der Meinung, Jesus habe hier von der himmlischen Auferstehung gesprochen. Es gibt jedoch Gründe für die Annahme, daß sich seine Antwort auf die irdische Auferstehung in dem künftigen „System der Dinge“ bezieht. Auf welchen Gründen beruht diese Annahme? Die Sadduzäer, die Jesus die Frage stellten, glaubten nicht an ihn und wußten auch nichts von einer himmlischen Auferstehung. Ihre Frage betraf eine jüdische Familie, die unter dem mosaischen Gesetz stand. In seiner Antwort wies Jesus auf Abraham, Isaak und Jakob hin, die hofften, einst wieder auf der Erde zu leben (1. Mose 42:38; Hiob 14:13-15; vergleiche Hebräer 11:19). Jene Patriarchen und Millionen andere, die auf der Erde auferstehen und sich als treu erweisen werden, werden „den Engeln gleich“ sein. Obwohl sterblich, werden sie, nachdem Gott sie zu endlosem Leben gerechtgesprochen hat, nie sterben.
Menschliche Gefühle mögen es heute jemandem erschweren, diese Schlußfolgerung zu akzeptieren. Es gilt jedoch zu beachten, daß die Bibel nirgends sagt, Gottes Auferweckung der Treuen bedeute die Wiederherstellung ihrer Ehegemeinschaft. Niemand würde daher annehmen, Aquila und Priscilla würden ihre Ehe fortsetzen, sofern sie Leben im Himmel erlangt haben (Apostelgeschichte 18:2). Und Joseph und Maria werden offenbar in verschiedenen Bereichen leben — er auf der Erde und sie im Himmel (Johannes 19:26; Apostelgeschichte 1:13, 14). Da niemand von uns je im Himmel gelebt hat, können wir nicht sagen, welche Empfindungen Aquila, Priscilla und Maria dort haben mögen, wir können aber davon überzeugt sein, daß sie in ihrem himmlischen Dienst volle Befriedigung finden.
Wir haben auch nie als vollkommene Menschen gelebt. Daher können wir nicht mit Sicherheit wissen, wie wir über frühere Verhältnisse denken werden, wenn wir als vollkommene Menschen Leben in einem Paradies erlangen werden. Es wäre gut, daran zu denken, daß Jesus diese Worte als vollkommener Mensch sprach und deshalb die Empfindungen derer, ‘die für würdig erachtet werden, jenes System der Dinge zu erlangen’, besser beurteilen konnte als wir. Wir können auch dessen gewiß sein, daß Jesus ‘mit unseren Schwachheiten mitfühlen kann’ (Hebräer 4:15). Sollte es einem Christen also schwerfallen, die Schlußfolgerung, daß Auferstandene nicht heiraten werden, zu akzeptieren, so kann er sich darauf verlassen, daß Gott und Christus Verständnis haben. Alles, was er tun kann, ist, einfach abwarten und sehen, was geschieht.
Es besteht kein Grund, diese Sache jetzt überzubetonen. Der Psalmist schrieb: „Erkennt, daß Jehova Gott ist. Er ist es, der uns gemacht hat, und nicht wir selbst. Wir sind sein Volk und die Schafe seiner Weide. ... Dankt ihm, segnet seinen Namen. Denn Jehova ist gut“ (Psalm 100:3-5). Unser guter Gott wird unsere wirklichen Bedürfnisse bestimmt in großzügiger Weise befriedigen, wenn wir ‘für würdig erachtet werden, jenes System der Dinge zu erlangen’ (Hiob 34:10-12; Psalm 104:28; 107:9).
Gottes Güte zeigt sich auch in seinem Hinweis darauf, daß der Tod eines Partners die Ehe auflöst (Römer 7:2). Wer also seinen Ehepartner verloren hat, ist frei, sich jetzt wieder zu verheiraten, falls es als notwendig oder als das Beste erscheint. Einige haben wieder geheiratet, wodurch ihre eigenen gegenwärtigen Bedürfnisse und die ihrer Kinder befriedigt worden sind (1. Korinther 7:36-38; Epheser 6:1-4). Folglich braucht sich ein Christ, dessen Ehegefährte gestorben ist, nicht verpflichtet zu fühlen, ehelos zu bleiben in der Erwartung auf eine Wiedervereinigung mit dem früheren Partner in der Auferstehung zum Leben auf der Erde in dem künftigen System.
[Fußnote]
a Wenn ein Israelit starb, bevor ihm seine Frau einen Sohn geboren hatte, der das Erbe hätte übernehmen können, war der Bruder des Mannes verpflichtet, die Witwe zu heiraten, um für den Verstorbenen einen Sohn zu zeugen (5. Mose 25:5-10).
-