-
KorneliusEinsichten über die Heilige Schrift, Band 2
-
-
der Angesehenste namentlich genannt wird, die ersten unbeschnittenen Heiden oder Nichtjuden, die „die freie Gabe des heiligen Geistes“ empfingen (Apg 10:44, 45). Unmittelbar danach ließen sie sich im Wasser taufen. Über das Leben und die Tätigkeit des Kornelius nach diesem Zeitpunkt ist nichts bekannt.
Weshalb war die Bekehrung des Kornelius ein besonders bedeutsames Ereignis?
Kornelius war kein Proselyt oder Angehöriger der jüdischen Religion, wie einige behaupten, obwohl er die Schriften der Propheten kannte, den Juden Gaben der Barmherzigkeit schenkte, Gott fürchtete, unablässig betete und den Namen Jehova gebrauchte. Die Bibel enthält überzeugende Beweise dafür, dass dieser Offizier ein unbeschnittener Heide im vollen Sinn des Wortes war. Wenn Kornelius ein Proselyt gewesen wäre, hätte Petrus nicht gesagt, dass es ihm, einem Juden, in Anbetracht dessen, was über einen als Fremdling Ansässigen im Gesetz geschrieben stand, nicht erlaubt sei, mit diesem Menschen von einem anderen Volk zu verkehren (3Mo 19:33, 34; Apg 10:28). Wenn er ein Proselyt gewesen wäre, hätten die sechs anderen Juden, die Petrus begleiteten, nicht ‘gestaunt’, als sie sahen, dass der heilige Geist „auf Leute aus den Nationen“ ausgegossen wurde (Apg 10:45; 11:12). Wäre er ein Proselyt gewesen, warum stritten dann „Verfechter der Beschneidung“ mit Petrus wegen dieser Sache? (Apg 11:2).
Kornelius war tatsächlich die Erstlingsfrucht der unbeschnittenen Nichtjuden, der Erste von ihnen, der ein Christ wurde, was zeigt, dass es von jener Zeit an für Heiden nicht mehr erforderlich war, jüdische Proselyten zu werden – wie z. B. der äthiopische Eunuch –, bevor sie in die Christenversammlung aufgenommen werden konnten. „Bestimmt merke ich“, rief Petrus bei jenem historischen Ereignis aus, „dass Gott nicht parteiisch ist, sondern dass für ihn in jeder Nation der Mensch, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, annehmbar ist“ (Apg 10:34, 35). So, wie Petrus der Erste war, der zu Pfingsten den WEG für die Juden erschloss, so war er auch bei diesem Anlass der Erste, der die gute Botschaft der Rettung den unbeschnittenen Nichtjuden überbrachte. Auch Jakobus bestätigte, dass Gott damals seine Aufmerksamkeit „erstmals ... den Nationen“ zuwandte (Apg 15:7, 14).
-
-
Körper, LeibEinsichten über die Heilige Schrift, Band 2
-
-
KÖRPER, LEIB
Äußere Erscheinung eines Menschen oder Tieres. Das hebräische Wort gewijjáh bezieht sich auf einen Körper, ob lebendig (1Mo 47:18) oder tot (1Sa 31:10; Ps 110:6). Der hebräische Ausdruck neveláh leitet sich von dem Wurzelverb navél („welken“; Ps 1:3) her und wird verschiedentlich mit „toter Körper“, „Kadaver“ und „Leiche“ wiedergegeben (3Mo 5:2; 5Mo 14:8; Jes 26:19). Mit baßár, dem hebräischen Wort für Fleisch, kann der ganze Körper gemeint sein. (Vgl. Ps 16:9; siehe FLEISCH.) Der geläufige griechische Ausdruck für „Leib“ oder „Körper“ lautet sṓma (Mat 5:29), aber in Apostelgeschichte 19:12 wird chrōs, wörtlich „Haut“, mit „Leib“ übersetzt. Das griechische Wort ptṓma, das von dem Wurzelverb píptō („fallen“) kommt, bezeichnet einen toten Körper oder „Leichnam“ (Mat 14:12). Die verschiedenen Arten physischer Körper bestehen aus verschiedenen Arten von Fleisch mit der Lebenskraft darin (1Ko 15:39; Jak 2:26; 1Mo 7:22; siehe SEELE).
Geistige Leiber. Physische Körper kann man sehen und fühlen; es gibt aber auch geistige Körper, die für Menschen unsichtbar und überhaupt nicht wahrnehmbar sind (1Ko 15:44). Die Körper von Geistpersonen (Gott, Christus, die Engel) sind von großer Herrlichkeit. „Niemals hat jemand Gott gesehen“ (1Jo 4:12). Kein Mensch kann Gott sehen und dennoch leben (2Mo 33:20). Als der Apostel Paulus die Erscheinung Jesu Christi nach Jesu Auferstehung nur kurz erblickte, fiel er zu Boden und wurde durch den Glanz geblendet, sodass sein Augenlicht durch ein Wunder wiederhergestellt werden musste (Apg 9:3-5, 17, 18; 26:13, 14). Engel sind ebenfalls viel mächtiger als Menschen (2Pe 2:11). Sie sind herrlich, hell glänzend und manchmal zeigten sie sich Menschen so (Mat 28:2-4; Luk 2:9). Diese Geistsöhne Gottes können sogar die Herrlichkeit des allmächtigen Gottes sehen und ertragen (Luk 1:19).
Weil wir Gott mit dem physischen Auge nicht sehen können, gebraucht er bestimmte Anthropomorphismen, um uns zu helfen, Dinge, die ihn betreffen, zu verstehen und richtig einzuschätzen. Die Bibel spricht von ihm so, als habe er Augen (Ps 34:15; Heb 4:13), Arme (Hi 40:9; Joh 12:38), Füße (Ps 18:9; Sach 14:4), ein Herz (1Mo 8:21; Spr 27:11), Hände (2Mo 3:20; Rö 10:21), Finger (2Mo 31:18; Luk 11:20), eine Nase (Hes 8:17; 2Mo 15:8) und Ohren (1Sa 8:21; Ps 10:17). Natürlich besitzt er solche Körperteile nicht buchstäblich. Der Apostel Johannes, der die Hoffnung
-