Wir prüfen die Beweise
WENN du vor Gericht stündest, würdest du es dann als gerecht empfinden, wenn nur dein Prozeßgegner zu Wort käme? Nein, du möchtest bestimmt, daß das Gericht auch dich anhören würde.
Seit Jahren werden auf Universitäten, höheren Schulen und sogar in Grundschulen nur die Anschauungen der Evolutionisten besprochen. Auch in nahezu allen wissenschaftlichen Schriften, die in den verschiedenen Ländern herausgebracht werden, kommen fast nur Evolutionisten zu Wort. Aber jetzt wird immer lauter gefordert, auch die andere Seite zu Wort kommen zu lassen.
Die vernünftige Wahl
Einsichtige Personen teilen die Auffassung, daß die einzige gerechte Methode darin bestehe, das Zeugnis beider Seiten zu prüfen, sowohl das, was für, als auch das, was gegen eine umstrittene Theorie vorgebracht werde. Nur so ist es möglich, die Wahrheit zu ermitteln.
Heute geben viele Wissenschaftler zu, daß man mit der Evolutionstheorie so verfahren sollte. Das wurde sogar in dem Vorwort zu einer neuen Ausgabe des berühmten Buches Die Entstehung der Arten von Charles Darwin erwähnt. In der Zeitschrift The American Biology Teacher konnte man darüber folgendes lesen:
„W. H. Thompson, der den Auftrag erhielt, das Vorwort zu einer neuen Ausgabe von Darwins Die Entstehung der Arten zu schreiben, die während der Darwinischen Jahrhundertfeier veröffentlicht wurde; schrieb: ,Wie wir wissen, gibt es unter den Biologen viele verschiedene Meinungen, nicht nur über die Ursachen der Evolution, sondern sogar über deren eigentlichen Verlauf. Diese Unterschiede existieren, weil die Beweise nicht befriedigen und keine bestimmten Schlüsse zulassen. Es ist deshalb durchaus berechtigt und angebracht, die Aufmerksamkeit der nichtwissenschaftlichen Öffentlichkeit auf die Meinungsverschiedenheiten über die Evolution zu lenken.“
In der erwähnten Zeitschrift wurde auch eine andere Äußerung des angesehenen Wissenschaftlers W. H. Thompson angeführt. Sie lautet:
„Die Bemerkungen einiger Evolutionisten, die sie vor kurzem geäußert haben, zeigen allerdings, daß sie das als unvernünftig ansehen. Es ist in der Wissenschaft nicht nur höchst ungewöhnlich, sondern auch ebenso unerwünscht, daß man zur Verteidigung einer Lehre bereit ist, die man nicht wissenschaftlich definieren, geschweige denn mit wissenschaftlicher Exaktheit beweisen kann, deren Glaubwürdigkeit man aber in der Öffentlichkeit durch Unterdrücken der Kritik und Leugnen der vielen Schwierigkeiten zu erhalten versucht.“
Es gibt immer mehr Personen, für die der ständige Versuch, jede Kritik zu unterdrücken, nicht mehr akzeptabel ist. Das zeigt die Forderung, die jetzt viele Wissenschaftler, Pädagogen und Eltern stellen, nämlich: In den Schulen soll auch der Standpunkt der Gegenpartei erörtert werden. Ein Beispiel für diese Forderung finden wir in einem Artikel, der in der Zeitung Evening Star and Daily News (Washington, D. C.) veröffentlicht wurde. Der Verfasser, W. Willoughby, schrieb:
„Aufgrund der Bibel und der Äußerungen vieler kompetenter Wissenschaftler erkenne ich, daß es einen Schöpfungsakt gegeben haben muß; meine Kinder, die im Staat Virginia zur Schule gehen, wo ich Steuern zahle, damit sie eine möglichst gute Ausbildung erhalten, werden gelehrt, alles habe sich entwickelt. ...
Wenn es irgendein Gebiet in der Welt gibt, auf dem ehrlich vorgegangen werden sollte, dann bestimmt auf dem Gebiet der Wissenschaft. Doch die Biologiebücher, die in den Schulen gewöhnlich verwendet werden, verschweigen bewußt die Argumente zugunsten des Schöpfungsgedankens ...
Mein Wunsch wäre es daher, daß im Unterricht, wenn der Ursprung des Menschen zur Sprache kommt, die Argumente beider Seiten absolut sachlich — ohne jeglichen Zynismus — und aufgrund der Forschungsergebnisse der besten Wissenschaftler vorgetragen werden.“
„Intellektuelle Unaufrichtigkeit“
Solche Forderungen sind bei vielen Evolutionisten, die nicht wollen, daß in den Schulbüchern irgendeine andere These dargelegt wird, auf heftigen Widerstand gestoßen. Darüber schrieb der Physiker L. Dolphin in der in San Francisco erscheinenden Zeitung Chronicle: „Es muß als eine intellektuelle Unaufrichtigkeit bezeichnet werden, wenn in den Lehrbüchern einige dieser Schwierigkeiten der Hypothese ungelöst und andere, wissenschaftlich begründete Modelle unberücksichtigt bleiben mit dem Hinweis, es handle sich dabei lediglich um religiöse Anschauungen der Fundamentalisten.“
Man muß es schon als eine „intellektuelle Unaufrichtigkeit“ bezeichnen, wenn man in einer solch umstrittenen Sache den Standpunkt der Gegenpartei nicht anhören will. Einsichtsvolle Personen fragen sich: Warum?
In den Augen einsichtsvoller Personen ist der Versuch, die Kritik an der Evolutionstheorie durch diktatorische Methoden, durch Einschüchterung oder durch eine Einstellung, wie sie der prominente amerikanische Wissenschaftler Isaac Asimov verriet, zu unterdrücken, der ernsthaften Wissenschaft unwürdig. Asimov sagte, die Evolutionstheorie in Frage zu ziehen wäre dasselbe wie, „die Gravitationstheorie anzugreifen“. Er fügte hinzu: „Sie ist keine Theorie, sondern eine Tatsache.“
Aber die Gravitation kann demonstriert werden, sie kann im Labor und anderswo im Versuch nachgewiesen werden. Das kann man von der Evolution nicht sagen, deshalb wird die Evolutionshypothese von vielen in Frage gestellt. Niemand zweifelt an der Tatsache der Gravitation.
Wenn man bedenkt, wie viele Evolutionisten zugeben, daß die Evolutionstheorie noch unbewiesen ist, so muß besonders der Versuch, die Intelligenz von Personen, die diese Theorie kritisieren, anzuzweifeln, nur um sie zum Schweigen zu bringen, als „intellektuelle Unaufrichtigkeit“ angesehen werden. Sogar Asimov hat zugegeben, daß ein Großteil der Evolutionstheorie auf „klugen Vermutungen“ aufgebaut ist!
In der Zeitschrift New Scientist wurde die eigentliche Lage treffend geschildert. In einer Besprechung eines evolutionistischen Buches schrieb sie, daß darin „häufig undeutliche Formulierungen zu finden sind, wie es in neueren Büchern über die Evolution des Menschen üblich ist. Offen gesagt, wir wissen nicht, wie oder warum sich der Mensch entwickelt hat. ... Würde sich der Verfasser eines solchen Buches auf die Tatsachen beschränken, so ergäbe es nur ein sehr dünnes Buch.“
Nein, es geht nicht mehr an, zu versuchen, Personen, die die Evolutionstheorie kritisieren, durch Arroganz einzuschüchtern oder zu beleidigen, oder durchblicken zu lassen, daß man sie für ungebildet halte. Möchten wir zum Kern der Sache vorstoßen, so müssen wir jegliche „Vermutungen“ beiseite schieben und ehrlich die zur Verfügung stehenden Tatsachen prüfen.
Welche Folgen hat es, wenn wir alle „Vermutungen“ beiseite lassen und uns auf die Tatsachen beschränken? Finden wir dann Beweise für die Entwicklung des Lebens aus unbelebten chemischen Stoffen und für die Fortentwicklung bis zu affenähnlichen Tieren und schließlich zum Jetztmenschen, oder finden wir das, was die Bibel sagt, bestätigt, nämlich, daß Gott den Menschen sowie andere Lebewesen gesondert geschaffen hat? Ist die Evolution, wie ein Wissenschaftler sagte, „eine Tatsache“, oder ist die Lehre davon, wie ein anderer erklärte, „das größte Märchen, das je im Namen der Wissenschaft erzählt worden ist“?