Eifrig für vortreffliche Werke
1 Alle, die im Sinn behalten, was Jehova durch seinen Sohn Jesus Christus für sie getan hat, zur Zeit tut und in der Zukunft tun wird, möchten sich mit dem Volk identifizieren, von dem Paulus gemäß Titus 2:14 sagt: „... damit er uns von jeder Art Gesetzlosigkeit befreie und sich selbst ein Volk reinige, das insbesondere sein eigen ist, eifrig für vortreffliche Werke.“
2 Wodurch wird dieses Volk zu vortrefflichen Werken motiviert? Nicht durch Gewalt oder den Zwang der Umstände, sondern es kann vielmehr die Worte aus 2. Korinther 5:14 auf sich anwenden, wo es heißt: „Denn die Liebe, die der Christus hat, drängt uns.“
3 Es ist begeisternd, zu beobachten, wie viele sich durch diese Liebe, die der Christus hat, drängen ließen, ihren Anteil am heiligen Dienst zu erweitern und den Pionierdienst aufzunehmen. So gab es zum Beispiel im Dienstjahr 1978 in der Bundesrepublik und West-Berlin durchschnittlich 1 089 Pioniere. Im Dienstjahr 1988 waren es dagegen bereits 4 167, und im September 1989 konnten wir die neue Höchstzahl von 5 024 Pionieren erreichen. Ihr Eifer und ihre vortrefflichen Werke im Dienst der reinen Anbetung sind für uns alle ein Ansporn. Jede Arbeit wird leicht, wenn sie aus Liebe verrichtet wird (1. Joh. 5:3).
4 Wie steht es mit dir? Spürst auch du diese drängende Liebe, die der Christus hat, in deinem Herzen? Wenn ja, dann solltest du dir ernsthaft unter Gebet die Frage stellen: „Kann ich Pionier sein?“ Schätze jede liebevolle Ermunterung, die du durch den treuen und verständigen Sklaven bzw. durch deine Brüder erhältst. Ein Schwester schrieb: „Ich habe allen Grund, Jehova und Euch dankbar zu sein ... Zum 1. April bekam ich von Euch meine Ernennung als allgemeiner Pionier. Diese Freude wurde noch durch den Kreiskongreß in München vermehrt, als sich eine meiner Interessierten taufen ließ. Ich konnte ihr helfen, Jehova kennen- und liebenzulernen.“ Ja, die vortrefflichen Werke eines Christen bringen echte Freude und Befriedigung mit sich (Apg. 20:35).
5 Die reisenden Aufseher schenken nicht nur den Pionieren, sondern auch den voraussichtlichen Pionieren liebevolle Aufmerksamkeit. Durch biblische Gespräche und praktische Vorschläge haben sie schon vielen geholfen, „vortreffliche Werke“ als Pionier zu verrichten. Eine Schwester schrieb an den Kreisaufseher und bedankte sich für den Rat und die Ermunterung, die sie erhalten hatte. In dem Betrieb, in dem sie arbeitete, sollte sie in absehbarer Zeit befördert werden, doch sie erinnerte sich an die Worte des Kreisaufsehers und an ihren eigenen Entschluß, den Pionierdienst aufzunehmen. In ihrem Brief hieß es dann weiter: „Wie dankbar bin ich, daß ich das Königreich und seine Interessen an die erste Stelle in meinem Leben setzte.“ Heute ist sie ein glücklicher Pionier, an dem sich die Verheißung aus Maleachi 3:17 erfüllt. Vielleicht spricht dich demnächst auch der Kreisaufseher an. Laß dich anspornen, vortreffliche Werke als Pionier zu verrichten.
6 Ein Kreisaufseher berichtet: „Insgesamt zeigt es sich, daß es vor allem das Beispiel der Pioniere und Sonderpioniere war, das den Anstoß zur Aufnahme des Pionierdienstes gegeben hatte. Es bestätigt sich die Regel: Pioniere machen Pioniere! Ihr Beispiel gibt ihren Worten den notwendigen Nachdruck.“ Eine jugendliche Schwester berichtet: „Wir waren neulich mit einigen Brüdern und Schwestern zusammen. Darunter war auch eine muntere, fröhliche Pionierschwester. Sie erzählte so begeistert und freudig von ihrem Dienst für Jehova und daß es keinen geborenen Pionier gibt, sondern alle Schwierigkeiten zu überwinden haben. Mir blieb allerdings fast das Herz stehen, als sie sinngemäß sagte: ‚Dieser Dienst ist auch etwas für dich!‘ Das war der Antrieb, den ich brauchte.“ Ja, ihr Pioniere, seht euch bitte einmal in eurer Versammlung um! Sicher gibt es auch in eurer Versammlung Verkündiger, denen ihr den Anstoß vermitteln könnt, den sie benötigen, um den Pionierdienst aufzunehmen.
7 Viele Pioniere, Sonderpioniere, Missionare und Bethelmitarbeiter haben sich den Vollzeitdienst als Laufbahn erwählt, weil sie durch ihre Eltern dazu ermuntert wurden. Solche Eltern offenbaren eine vorzügliche Einstellung, wie sie Hanna, die Mutter Samuels, und Manoach, der Vater Simsons, hatten (1. Sam. 1:27, 28; Ri. 13:8). Es ist wirklich sehr erfreulich, daß immer mehr Eltern ihre Kinder ermuntern, das Beispiel Jesu nachzuahmen und den Pionierdienst aufzunehmen, indem sie sich von der Liebe des Christus motivieren lassen. Ein Jugendlicher, der ein sehr guter Schüler war, wurde von seinem Lehrer ermuntert, eine höhere Schule zu besuchen und eine weltliche Laufbahn anzustreben. Er hörte jedoch auf die Ermunterung seiner Eltern und wurde Pionier. Heute dient er als ein Glied des Zweigkomitees in Selters.
8 Wenn Probleme und Schwierigkeiten auftreten — und sie werden auftreten —, dann wird der Glaube eines Pioniers auf die Probe gestellt (Mat. 6:33). Im letzten Dienstjahr sahen sich immerhin 601 Pioniere gezwungen, den Pionierdienst zu beenden. Wenn dafür wirklich zwingende Gründe vorhanden waren, sollten solche ehemaligen Pioniere nicht traurig sein. Jehova ist ein Gott der Liebe und der Barmherzigkeit, der uns nur für die Kraft verantwortlich macht, die wir haben und nicht für die, die wir nicht haben (2. Kor. 8:12). Jehova wird das, was sie als Pionier für seinen heiligen Namen getan haben, bestimmt nicht vergessen (Heb. 6:10). Andere hätten jedoch leicht den Pionierdienst fortsetzen können, wenn sie rechtzeitig Hilfe, Rat und Ermunterung erhalten hätten.
9 In Übereinstimmung mit Jesaja 32:1, 2 erkennen Älteste rechtzeitig, wenn Pioniere Probleme haben und ‘reden bekümmerten Seelen tröstend zu’ (1. Thes. 5:14). Allerdings ist es ein Unterschied, ob man nur mit ihnen redet, oder ob man persönliches Interesse bekundet (Phil. 2:3, 4). Oft stellen sie fest, daß die Ursache der Schwierigkeiten auf geistiger Ebene liegen, denn ein enges Verhältnis zu Jehova und eine tiefe Liebe zu den Menschen sind unbedingte Voraussetzungen für den Pionierdienst. Lest deshalb wiederholt die Ratschläge durch, die in der Broschüre Gebt acht ..., Seite 47, 114, 115, in Unserem Königreichsdienst für August 1986, Seite 4 und 5 und in dem Brief an alle Ältesten vom 1. Dezember 1982 zu finden sind.
10 Wann habt ihr das letzte Mal mit den Pionieren gesprochen und sie für ihre Arbeit gelobt oder sie im Predigtdienst begleitet? Erweist ihr ihnen Gastfreundschaft und ermuntert ihr andere, dies zu tun? Dadurch können Pioniere wertvolle Zeit einsparen. Haben sie einen Partner und Gebiet, das leicht zu erreichen ist? Uns wurde berichtet, daß manche Pioniere monatlich sehr weite Wegstrecken zurückzulegen haben, um in das Gebiet zu kommen. Das ergibt nicht nur hohe Fahrtkosten, sondern kostet auch viel Zeit — kostbare Zeit, die manchmal für das persönliche Studium und für die Vorbereitung auf die Zusammenkünfte fehlt. Aus Zeitmangel werden auch manchmal die Bedürfnisse des Ehepartners bzw. der Familie vernachlässigt, was zu ernsten Problemen geführt hat. In einigen Fällen müssen Pioniere lernen, ein einfacheres Leben zu führen, oder sie müssen sich in ihrem Leben neue Prioritäten setzen und besser planen. (Siehe Unser Königreichsdienst für April 1989, Seite 3 und 4.) Aus dem Pionierdienst auszuscheiden sollte wirklich als der letzte Ausweg betrachtet werden. Wenn Älteste rechtzeitig liebevoll Hilfe leisten, zeigt es sich oft, daß Probleme und Schwierigkeiten überwunden werden können.
11 Welch großes Vorrecht ist es doch, in der Zeit des Endes zu dem Volk zu gehören, das durch das Blut Jesu Christi erkauft wurde und das eifrig ist für vortreffliche Werke! Besonders unsere lieben Pioniere drängen in der Kraft der Liebe Christi eifrig voran. Ihre vortrefflichen Werke gereichen demütigen Menschen zur Rettung. Sie rechtfertigen den Namen Gottes und ernten die Früchte ihrer Arbeit, indem sie den Segen des Höchsten verspüren und die Freude empfinden, die das Geben mit sich bringt (Apg. 20:35).