Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • g84 8. 8. S. 3-4
  • Können die Kirchen die Welt zur Einheit führen?

Kein Video für diese Auswahl verfügbar.

Beim Laden des Videos ist ein Fehler aufgetreten.

  • Können die Kirchen die Welt zur Einheit führen?
  • Erwachet! 1984
  • Ähnliches Material
  • Kann der Ökumenische Rat der Kirchen die Welt zur Einheit führen?
    Erwachet! 1984
  • Ist die christliche Einheit möglich?
    Erwachet! 1991
  • Die Christenheit strebt nach einem Zusammenschluß
    Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1962
  • Wichtige Daten in der Entwicklung der ökumenischen Bewegung
    Erwachet! 1991
Hier mehr
Erwachet! 1984
g84 8. 8. S. 3-4

Können die Kirchen die Welt zur Einheit führen?

„UNSER Vater in dem Himmel! Dein Name werde geheiligt“, murmelte die Menge. Fast jedes Schulkind kennt diese Worte. Sie sind so häufig wiederholt, hergesagt und gesungen worden, daß sie sich dem Gedächtnis von Millionen unauslöschlich eingeprägt haben. Bei diesem Anlaß jedoch gingen den Anwesenden die Worte anscheinend besonders zu Herzen.

Das hing wohl vor allem damit zusammen, daß die 3 500 Personen, die in dem bunten Zelt zum Gottesdienst zusammengekommen waren, aus den verschiedensten Völkern und Nationen stammten. Jeder betete in seiner Muttersprache. Dieses Sprachengewirr veranlaßte einen der Anwesenden zu flüstern: „Wir sprechen in Zungen.“ Vielleicht noch bemerkenswerter aber war die Tatsache, daß die zum Gottesdienst Versammelten nicht alle dem gleichen Glauben angehörten. Anglikaner, Lutheraner, Methodisten und sogar Katholiken beteten gemeinsam.

Die Voraussetzung für diesen Zeltgottesdienst, der ohne Beispiel war, bildete die „Lima-Liturgie“, ein theologischer Kompromiß, zu dem man einige Monate zuvor gelangt war.a Die Mitglieder verschiedener „christlicher“ Kirchen konnten das, was sie jahrhundertelang voneinander getrennt hatte, nun überwinden und miteinander das Abendmahl feiern. Zwar lehnten es die Angehörigen der römisch-katholischen Kirche sowie der orthodoxen Kirchen ab, mit den anderen gemeinschaftlich am Abendmahl teilzunehmen, doch waren Vertreter dieser Kirchen anwesend, um mitzusingen und mitzubeten. Viele waren tief beeindruckt, als sie das Vaterunser in so vielen Sprachen beten hörten. Manche weinten, andere umarmten und küßten sich. Für einen kurzen Augenblick schienen weder Rasse noch Hautfarbe, noch religiöse oder politische Gegensätze eine Rolle zu spielen.

Viele hielten diesen Gottesdienst für den Höhepunkt der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), die vom 24. Juli bis 10. August 1983 in Vancouver (Kanada) tagte. Manche betrachteten ihn als einen Hoffnungsstrahl, als Vorboten des schließlichen Triumphes der Ökumene, der Einigungsbewegung christlicher Kirchen. Etliche bezeichneten ihn sogar als „ein neues Pfingsten“. „Wird sich daraus mehr ergeben?“ ist die große Frage. Schließlich hat sich die Religion jahrhundertelang als eine entzweiende Macht erwiesen. Wenn es den Kirchen gelingen würde, alles, was sie jahrhundertelang voneinander getrennt hat, zu überwinden, wäre es dann den Nationen nicht auch möglich, zu einer Einheit zu gelangen?

Es wird kaum einen vernünftig denkenden Menschen geben, der die Einigung der Menschheit nicht als höchst wünschenswertes Ziel ansähe. Die Erreichung dieses Ziels scheint allerdings sehr unwahrscheinlich zu sein; denn alle dahin gehenden menschlichen Bemühungen sind immer in Gefahr, wegen des jahrhundertealten Hasses, Argwohns und Zweifels zu scheitern. Könnte es jedoch sein, daß die Kirchen jetzt den Weg zu einer weltweiten Kooperation ebnen? Und wäre es nicht denkbar, daß die politischen Führer dem starken Druck einer geeinten Kirche nachgeben und ihren selbstmörderischen Rüstungswettlauf beendigen würden?

Wie weit sind die Einheitsbestrebungen der Kirchen bereits gediehen? Wir wollen uns mit der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen, die im vergangenen Jahr tagte, etwas näher befassen.

[Fußnote]

a Die Liturgie ist nach einer Konferenz der ÖRK-Kommission Glauben und Kirchenverfassung, die 1982 in Lima (Peru) tagte und an der protestantische, orthodoxe und katholische Theologen teilnahmen, benannt. Auf dieser Konferenz wurde das „Lima-Papier“, auch Konvergenzerklärung genannt, über „Taufe, Eucharistie und Amt“ verabschiedet, das, wie die New York Times schrieb, „den einzelnen Kirchen nahelegt, anzuerkennen, daß man die Themen Taufe, Abendmahl und Ordination unterschiedlich betrachten kann“.

    Deutsche Publikationen (1950-2025)
    Abmelden
    Anmelden
    • Deutsch
    • Teilen
    • Einstellungen
    • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
    • Nutzungsbedingungen
    • Datenschutzerklärung
    • Datenschutzeinstellungen
    • JW.ORG
    • Anmelden
    Teilen